Bekloppte Diskussion über die sinnvolle Gestaltung von Webseiten in einer der größeren europäischen Übersetzer-Mailinglisten:
Einer der Teilnehmer bat den Kollegenkreis, seine gerade online gestellte Website zu besuchen und zu kommentieren: Was kann man besser machen? Was überhaupt ist bei der Erstellung einer Webseite zu beachten? Was ist wichtig? …
“Die Neukundengewinnung natürlich” meldete ich mich zu Wort. Es ging mir darum, darauf hinzuweisen, dass es gar nicht so schwer ist, sich direkte Kunden zu erarbeiten und man den Markt nicht den Agenturen überlassen sollte, die Aufträge genau dieser Kunden dann für einen Hungerlohn an uns Übersetzer weitergeben. Sicher haben Agenturen Ihren Sinn (z. B. für Unternehmen, die mehrsprachige Lösungen suchen), aber wahrscheinlich reicht dafür ein Viertel der tatsächlich am Markt vorhandenen. Das Problem ist: Wer mit Suchmaschinen nach einem Italienisch Deutsch Übersetzer sucht, findet keinen Italienisch Deutsch Übersetzer, findet nicht uns Übersetzer, sondern neben Online-Übersetzern, Wörterbüchern, Wikipedia, usw., lediglich ebendiese Vermittler von allgemeinen Sprachdienstleistungen. Dabei ist es kinderleicht, bei speziellen Suchanfragen mit einem speziellen Angebot (Beschränkung auf 1 Sprachkombination, bestimmte Fachgebiete) an denen vorbei zu kommen.
Am Ende haben die mir dann erklärt, dass einer der eingangs als Beispiel für eine technisch sehr mangelhafte, ausgesprochen suchmaschinenunfreundliche Webseite herangezogenen Webauftritte, auf dessen Besprechung deren selbstgefällige Betreiber die ganze Diskussion in Null Komma Nichts reduziert haben, ganz bewusst genauso angelegt sei, um eine “Intelligenzhürde” einzubauen, damit nicht jeder “Depp” die Seite besuche und man mit den ganzen “unqualifizierten Anfragen” kämpfen müsse. Die von mir recherchierten, von an genau dem Angebot interessierten Suchmaschinennutzern am häufigsten benutzten Suchbegriffe, habe man ganz bewusst nicht verwendet, weil man sonst einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellen müsste, der nur die ganzen “leseunfähigen Möchtegernübersetzer” aussortiert, die Ihre Bewerbungen, Curricula senden. (”Die Verzweiflung in dieser Welt ist groß. Nur ändert sich daran nichts, wenn die Verzweifelten uns zumüllen”). Tja, die haben wirklich an alles gedacht. Das hat mich dann auch überzeugt; wovon behalte ich lieber für mich.
Wie, das glaubt mir keiner? Das war genau so!
Also: Liebe leseunfähigen Möchtegernübersetzer, liebe Deppen, liebe Verzweifelten, lest den Suchmaschinenworkshop und fahrt mal bei den dort verlinkten Adressen vorbei, bastelt Euch eine vernünftige, suchmaschinenfreundliche, schlichte Webseite (oder lasst sie Euch für ein paar Kröten basteln), pflegt sie und holt Euch Eure Kunden selbst.
Webdesign und Suchmaschinenoptimierung: nofactory.eu
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July 5th, 2007 11:49 am
Also wenn mir mal ein SEO-Projekt nicht so hinhaut, dann sag ich auch, dass ich ja schließlich nicht von jedem “Deppen” gefunden werden will
July 5th, 2007 7:33 pm
ich schau mir gerde mit viel vergnügen eure seiten an und werde noch ein wenig weiterstöbern. ich denke, ich kann hier nicht nur schmunzeln, sondern sogar noch was lernen. das gefällt mir. auf bald,sigrid, die ihre eigne übersetzerin in rom wohnen hat- fürs persönliche
- unsere kunden sind deutsch oder englischsprachg.
July 5th, 2007 11:41 pm
interessante Sichtweise, die dokumentiert, dass die Webtransparenz doch Grenzen hat, nämlich die des Lesers, der nicht oder unzureichend liest.