Kein Ende in Sicht: Neueinstieg auf Platz 4 der Top Ten für die Suchabfrage Übersetzung Deutsch Italienisch*: Die Ratgeber-Community gutefrage.net (832.000 Unterseiten im Google-Index).
Irgendwann muss ich sowas auch mal versuchen. Wie macht man das? Wie baut man so ein Ding auf? Der Großteil der Community-Mitglieder ist doch gefaked, oder?
* Siehe MFA - Made for AdSense und Made for AdSense Paralympics.
Die Meldung kommt zwar etwas spät, aber da ich gerade den Hinweis auf die Übersetzung des WebAIM-Artikels zur Barrierefreiheit im Internet veröffentlicht habe, hier noch die Nachricht, dass die “zwischen Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz abgestimmte Übersetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen” offenbar Übersetzungsfehler enthält.
Laut Sigrid Arnade, Vorstandsfrau im Verein für Menschenrechte und Gleichstellung Behinderter e.V. wurde das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bereits vor der Veröffentlichung “vielfach darauf hingewiesen”, dass die Übersetzung nicht dem Geist und Inhalt der Konvention entspricht”. [Quelle: kobinet]
“Accessibility” wurde mit “Zugänglichkeit” statt mit “Barrierefreiheit” übersetzt.
Hier der Link zur Übersetzung (PDF) auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
WebAIM (Web Accessibility in Mind) ist eine Organisation, die sich der Verbesserung der Zugänglichkeit von Webinhalten widmet. Jens Meiert hat den kürzlich auf webaim.org erschienenen Artikel “Einführung in Barrierefreiheit im Internet” aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.
(Update: Seit 5! Tagen liegt dieser Artikel jetzt im Entwürfe-Ordner, weil webaim.org nicht erreichbar ist. Versteh ich nicht.)
Dass am barrierefreien Webdesign über kurz oder lang kein Weg vorbei führt, hatten wir schon hier im U-Blog: Web4all – Barrierefreies Webdesign. Auf wave.webaim.org kann man seine Seiten einer eingehenden Prüfung auf Barrierefreiheit unterziehen.
wob11 - Web ohne Barrieren nach Paragraph 11
Einfach für Alle - Initiative für ein barrierefreies Internet
Pro Barrierefreiheit
Kleiner Hinweis auf eine Liebserklärung vom Adult-Blogger und eine eher kritische Beziehungsanalyse im SEO Marketing Blog.
Die FAZ stellt zwei Bücher über die Bedeutung von Übersetzungen vor:Peter Utz: „Anders gesagt – autrement dit – in other words“. Utz vertritt die These, dass jede Übersetzung des Originals ein Zugewinn ist. “Da das Übersetzen einen Bedeutungsspielraum zwischen Ausgangs- und Zieltext schafft, kann der Übersetzter durch mikrologische, geduldige Arbeit, sowie durch minutiöse Analysen dem Original einen hermeneutischen Gewinn abverlangen und eine Optimierung erreichen”. (FAZ) |
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Umberto Eco: „Quasi dasselbe mit anderen Worten“. Anders Umberto Eco, der korrekte, treue und angemessene Übersetzungen fordert. „Bereicherungen des Textes durch Übersetzungen sind zu vermeiden“, schreibt Eco in seiner Gegenthese und verteidigt damit seine Forderung nach einem pragmatischen Kompromiss. “Durch die beiden Bücher wird der imaginäre Dialog zwischen Mimesis des Wirklichen und Mimesis von Texten deutlich, in dessen Zentrum der Prozess der Kultur steht.” (FAZ) |
Den momentan allseits beliebten Geschwindigkeitsselbsttest habe ich jetzt auch mal gemacht: Keine 10 Minuten hat es gedauert, bis der vorgestern veröffentlichte kurze Artikel über Harry Rowohlts soeben erschienene Neuübersetzung von Flann O’Brien: Das harte Leben mit der Suchphrase Übersetzung Harry Rowohlt hinter Wikipedia und vor FAZ und Zeit auf Platz 2 der Suchergebnislisten gelandet ist - nicht die Bloghauptseite, sondern die Unterseite selbst:

Genauso schnell ging’s es einen Tag später mit dem Beitrag Änderungen am Google Algorithmus:

Ein SEO-Blogger mit dem unsäglichen Namen eines Fussballbezirksliga-Kapitäns und dem Stil eines Oberstudienrats aus dem frühen 20. Jh., den ich in meinem Feedreader ob der köstlichen Satiren, die er regelmäßig vom Stapel lässt, nicht mehr missen möchte (z. B.: Wie Karl Marx Social Bookmarking optimieren würde), wollte uns schon vor ein paar Monaten weismachen, dass Web 1.0-Links nichts mehr wert sind und wir uns jetzt alle in irgendwelchen Communities rumtreiben müssen, um Kontakte zu machen, Kunden zu finden. Jetzt erklärt er uns, dass der Google-Algorithmus dahingehend geändert wurde, dass nicht mehr die Anzahl und Qualität eingehender Links, sondern die Aktualität einer Seite zum wichtigsten Ranking-Kriterium geworden ist. Das wird jeden (Sprach-)Dienstleister schrecken, der mehr an der Qualität seiner Dienstleistung, als an deren Präsentation im Netz arbeitet; schlecht für den, der die beste Dienstleistung sucht - wenn es denn so wäre.
Laut Johannes Beus geht das Ganze auf … lest selbst: Über die Entstehung von SEO-Gerüchten zurück; an anderer, ebenfalls glaubwürdiger Stelle, werden seologische Schwindelanfälle diagnostiziert. Julian Dziki empfiehlt denen, die keine Ahnung haben, wie z. B. die Computerwoche, den Ball flach zu halten. Endlich mal wieder richtig was los!
Ob es Änderungen am Algorithmus selbst gegeben hat, kann ich nicht beurteilen. Ich stelle jedenfalls fest:
Während Google für die für uns relevanten Keywordkombinationen wie
Übersetzung deutsch italienisch oder Übersetzer italienisch bis Dezember 2007 noch zwischen 1,5 und 2 Millionen Suchergebnisse geliefert hat, werden heute nur noch 200.000 bis 400.000 Ergebnisse für derartige Kombinationen ausgegeben. Die schon in den Artikeln Made for AdSense Paralympics und MFA-Made for AdSense genannten drittklassigen Wörterbücher, die - worüber mit diesen Suchbegriffen suchende Nutzer sich sicher freuen - die ersten Ergebnisseiten dominieren, sind aber von dieser Rationalisierungsmaßnahme weitgehend verschont geblieben. Sehr gelungen auch dieses Seitchen, das für die Suchabfrage “Übersetzung deutsch italienisch” auf Platz 3 und 4 von 198.000 Ergebnissen gelistet wird:

“Wenig bis gar nichts zahlen Verlage jenen idealistisch auf ästhetischen Kulturtransfer abonnierten Männern und Frauen, die uns das nur vermeintlich selbstverständliche Privileg bescheren, anderssprachige Literatur auf gut Deutsch nachlesen zu dürfen. Da liegt die Vermutung nahe, dass sich die existenziell gebeutelten Übersetzer zumeist mit anderen Dingen beschäftigen müssen, als mit der leidigen Frage, ob eine Übertragung aus dem Polynesischen, dem Isländischen oder dem Katalanischen nun als solide, als ungenügend oder gar als kongenial bewertet wird”, schreibt Hendrik Werner in der Welt-online, möchte aber “ausrufen”, dass er die soeben erschienene Übersetzung von Flann O’Brien: Das harte Leben von Harry Rowohlt “ziemlich sehr kongenial” findet.
Flann O’Brien: Das harte Leben. A. d. Engl. v. Harry Rowohlt. Kein & Aber, Zürich. 158 S.,16,90 Euro.
Kürzlich finde ich im Rahmen der Recherchen zur Übersetzung eines Textes über die Paralympics mit der Suchabfrage: Behinderten-Olympiade unter den ersten 20 von 1.270 Suchergebnissen 7 Wörterbücher, Wörtersammlungen, Thesauren.
3 Beispiele:
Auf Platz 2 und 3 die Seite wordnavigator.com (natürlich mit 3 AdSense-Blöcken auf einer Seite), eine Art Kreuzworträtsellexikon in Deutsch, Englisch - und Russisch!
Google hat 604.000 Unterseiten von wordnavigator.com im deutschen Index (09.12.07)

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Auf Platz 13 die Seite wbuch.de.
Google hat 469.000 Unterseiten von wbuch.de im deutschen Index (09.12.07)

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Nach willis-witze.de, coole-witze.net und witze4you.de (Witze dürfen bei einer derartigen Abfrage natürlich nicht fehlen, das sieht offenbar auch Google so!) auf Platz 20 unsere schon im Beitrag MFA-Made for AdSense erwähnten Freunde mit W am Anfang (8 Sprachversionen!).
Google hat 804.000 Unterseiten von woxikon.de im deutschen Index (09.12.07)

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Ich neide denen keinen Cent, das ist nicht die Frage; sie bei meinen allfälligen Recherchen übersehen zu müssen, ärgert mich auch nicht weiter, kostet mich nicht mehr als ein paar Scrollmeter am Tag.
Die Frage ist: Wie gehts bei Google weiter?
Zur allgemeinen Belustigung hat eine Übersetzerkollegin kürzlich den Link zur Seite www.tech-faq.com und folgenden dort gefundenen Text in einer der größeren deutschen Übersetzer-Mailinglists gepostet:
Erhöht Rate erneuern sich verringern zu flackern
und verringern dadurch Auge Belastung für einen
Projektor. Wegen dieses ist es ratsam, Monitoren
zu kaufen, die eine Aufflackernrate zwischen 75 und 85 Hz haben.Alles klar, oder?
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Nicht ganz: Von diesen Seiten fliegen Tausende im Netz rum und oft ist schon der Originaltext maschinell generiert. Man nennt sie MFA-Seiten (= Made for AdSense). Sie haben nur einen Zweck: Möglichst viele Suchbegriffe abzudecken, möglichst viele Besucher darüber anzuziehen und möglichst viele Klicks auf die dort geschaltete Pay-per-Click-Werbung einzufahren. Es gibt Seiten dieser Art, die bringen es auf zigtausend Seitenaufrufe am Tag. Ihre Betreiber stecken sich locker ein paar Tausend Euro am Tag in die Taschen (die pflegen ja nicht nur diese eine, sondern zahlreiche Webpräsenzen, für die Millionen von Unterseiten ins Netz gepumpt werden).
Warum sollten die wohl dafür bezahlen, mal eben schnell 10 weitere Sprachversionen von dem Müll zu erstellen, wenn sie mit 10 Mausklicks zum gleichen Ergebnis kommen?
Einen kleinen Schritt weiter geht woxikon.de, eine Seite, die nicht nur von AdSense, sondern auch vom Linkverkauf lebt: Die leisten sich sogar einen Übersetzer [hier der Link zur Seite der freien Mitarbeiter
http://www.woxikon.de/partner.php]. Die “Honorarübersicht” des das Projekt betreuenden Übersetzers möchte ich hier nicht verlinken; die zu finden, sollte aber nicht schwer sein = ab 0,32 Euro/Normzeile, 14,- Euro/Std. Wenn er 2 Stunden arbeitet, kann er 1 Stunde die Babysitterin bezahlen. Oder er versuchts mal hier: Übersetzer mit hauswirtschaftlichen Fähigkeiten gesucht.
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