Guido Westerwelle weigert sich, in Deutschland für einen BBC-Reporter englisch zu sprechen und wird dafür natürlich wunderschön von allen Medien verrissen.
In einer der größeren deutschen Übersetzer-Mailinglists hat eine Kollegin einen Aufruf zur Leserbriefaktion “Guido spricht Deutsch” gestartet, die Kollegen gebeten “diese Chance für unseren Berufsstand zu nutzen” und selbst nachfolgenden Leserbrief an ein Lokalblatt gesendet:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich kann Ihre Schelte nicht verstehen. Herr Westerwelle ist deutscher Muttersprachler und in der eigenen Muttersprache kann man sich nun mal am besten ausdrücken. Ich finde es richtig und gut, dass er darauf besteht, konsequent seine Muttersprache zu benutzen. Für die Übertragung des gesprochenen Wortes sind in dem Fall die qualifizierten Konferenz-Dolmetscher und -Dolmetscherinnen zuständig. Sie sind die Mittler zwischen den Sprachen und Kulturen und haben dafür eine langjährige Ausbildung durchlaufen. Herr Westerwelle kann sich auf seine Antworten konzentrieren und muss nicht auch noch überlegen, wie er das in einer für ihn fremden Sprache ausdrücken muss. Englischkenntnisse sind im täglichen Leben sicherlich von Vorteil. Aber im Geschäftsleben und in der Politik, wo es auf Inhalte und Genauigkeit ankommt, sollte man die Sprachmittlung doch lieber den Fachleuten überlassen!
Dass sein Englisch ganz passabel ist, beweist Guido Westerwelle auf Twitter – okay, die ein oder andere kleine Schwäche seiner englischen Diktion wird man feststellen, aber die hat er ja auch im Deutschen: “Es ist Deutschland hier.”
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer und die Barrierefreiheit im Netz Schlechter geht’s nicht, dachte ich immer, wenn ich auf der Website des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) gelandet bin, einer absurden Framekonstruktion aus dem vorigen Jahrhundert, deren Unterseiten man gar nicht verlinken kann. Da habe mich geirrt, es geht noch schlimmer: Wer [...]
Nach Tolingo (siehe hier), dem 2008 an den Start gegangenen, ersten deutschen Übersetzungsservice, bei dem die gesamte Auftragsabwicklung online abläuft, kommt jetzt Leginda. Klingt zwar eher nach einer Damenbinde, ist aber ebenfalls ein mechanischer Übersetzungs-Türke*. Die Website sieht auf den ersten Blick genauso aus, wird aber in den Ergebnislisten der Suchmaschinen kaum eine Chance gegen [...]
Ich hab mal irgendwo gehört, dass auch die Nachfrage den Preis bestimmt. Wenn ich manche Beiträge zum momentan vieldiskutierten Preisverfall in der Übersetzerbranche in einer der größeren deutschen Übersetzer-Mailinglisten lese, scheint das ja völliger Quatsch zu sein. Ob man mit der Tatsache, dass die Gelder momentan nicht mehr so fließen, wie noch vor zwei Jahren [...]
Ich weiß nicht, wieviele Photovoltaik-Übersetzungen aus dem Italienischen ins Deutsche ich in den letzten Jahren angefertigt habe; jedenfalls sind meine Translation-Memories voll davon und ich schreibe das Zeug inzwischen im Schlaf runter. Es ist ja bezeichnend, dass Italien, wo immer die Sonne scheint, die Bauelemente für Photovoltaikanlagen in Deutschland, wo es immer regnet, bestellen muss [...]
Das Versteigern von Übersetzungsaufträgen scheint der ganz neue Dreh zu sein. Für 18 Euro wird die gerade aktuelle Übersetzung eines Pressetextes aus dem Deutschen ins Englische angeboten. Macht’s einer für 17 Euro? Dann schnell zu MyHammer. “Der Text kommt aus der Musikrichtung.”