Inzwischen hat so ziemlich jeder, der eine Webseite betreibt mitbekommen, dass der Erfolg einer Seite bei den Suchmaschinen, insbesondere bei Google, wesentlich von der Anzahl und Qualität der von anderen Webseiten auf diese Seite verweisenden Links abhängt.
Das Tauschen von themenrelevanten Textlinks und die Pflege von Linkpartnerschaften gehören zur Betreuung einer Webseite seit langem dazu. In zahlreichen Linktauschbörsen und Linktauschforen finden sich tauschwillige Seitenbetreiber, um ihre Deals abzusprechen. Und natürlich ist daraus schnell ein Business geworden. Mit dem Verkauf und der Vermietung von Links lässt sich einiges verdienen und wer fleissig sammelt und viele Unterseiten zur Verfügung hat, kann selbst mit der Vergabe von PR4- und 5-Links so ganz nebenher ein ansehnliches (natürlich unversteuertes) Nebeneinkommen erzielen.
In einer Übersetzer-Mailinglist machte kürzlich ein Kollege darauf aufmerksam, dass das Übersetzerportal als News getarnte Pressemitteilungen veröffentlicht. Stimmt! Und da die neuesten News des Übersetzerportals traditionell auf der Startseite stehen und offenbar nicht mehr aktualisiert werden, finden wir dort seit dem 23.04.07 den als News herausgegebenen Werbetext eines expandierenden Übersetzungsunternehmens mit zahlreichen deutschen Filialen, natürlich mit einem sauberen Link mittendrin. Dabei geht es natürlich nicht darum, dass jemand diese Pressemeldung liest, den Link klickt und Kunde dieses Unternehmens wird. Das hat seitdem der Link online ist ziemlich sicher keiner getan.
Der Wert dieses Links kommt anders zustande. Er wird von Google als Empfehlung einer sogenannten “authority” - die das Übersetzerportal ja inzwischen ist - für diese Seite gewertet. Und so eine Empfehlung bedeutet für Google: An der Seite muss was dran sein. Also hoch damit in den Ergebnislisten. Und für so einen Link mit jeder Menge themenrelevantem Text drumrum auf der Startseite eines starken Portals wird heute richtig Kohle auf den Tisch gelegt. Ich werde hier natürlich nicht behaupten, dass das Übersetzerportal sich diesen Link bezahlen lässt. Fest steht, dass die für so einen Link gehandelten Mietpreise weitaus höher sind, als die für die zahlreichen Werbebanner auf der Startseite des Übersetzerportals.
Da stehen natürlich die Chancengleichheit und die Freiheit auf dem Spiel, wenn man sich die Linkpopularität einfach kaufen kann. Keine Frage, dass beide früher oder später sowieso verkauft werden, aber die Qualität der Suchergebnisse leidet erheblich und so hat Google inzwischen reagiert, arbeitet an der Entwicklung von Algorithmen, die Paid Links erkennen und ruft zum Denunzieren ruft dazu auf, Seiten, die offensichtlich Links verkaufen per Spamreport zu melden:
Sign in to Google’s webmaster console and use the authenticated spam report form, then include the word “paidlink” (all one word) in the text area of the spam report.
![]()
Die Google Webmaster Zentrale bloggt:
Wenn sich also einmal die Vermutung aufdrängt, daß das Ranking eines Suchergebnisses nicht durch Contentarbeit oder legitime SEO verdient wurde, dann ist das die perfekte Gelegenheit für einen Spam Report. Denn jeder einzelne Spam Report unterstützt uns beim kontinuierlichen Optimieren unserer Suchalgorithmen.
Webdesign und Suchmaschinenoptimierung: nofactory.eu
| U-News: Beiträge als E-Mail-Newsletter beziehen |
June 11th, 2007 1:50 pm
Typisch Deutsch. Alles was man selber nicht hat muss gleich Spam sein.
Pressemitteilungen sind doch eine legitime Linkquelle.
November 28th, 2007 8:30 pm
Ja und? Was hat das mit dem Artikel zu tun?