Adatrad-Blog

Jede Menge vernünftiger Content

Konto in der Schweiz

Kurze Vorbemerkung I zum Thema Konto in der Schweiz:

Ich selbst bin keiner, der hinter dem Geld her ist, bringe sowieso alles in die Bar. Alle 5-7 Jahre kaufe ich mir ein großes, schweres Auto für 2000,- Euro, Investionen in Textilien: 20 Minuten und 150,- Euro für den Winter, 20 Minuten und 150,- Euro für den Sommer. Solange Geld nicht zum existientiellen Problem wird, interessiert es mich nicht. Ich hab was Besseres zu tun, als von morgens bis abends zu arbeiten und wenn ich mein dementsprechend angesetztes Soll erfüllt habe, leite ich eingehende Anfragen an mir sympathische Kollegen weiter.
Konto in der Schweiz Spacer

Kurze Vorbemerkung II zum Thema Konto in der Schweiz:

Ich lebe in Italien. Hier gibt (im öffentlichen Leben) keiner keinem was, wenn’s eine Möglichkeit gibt, es zu behalten. Nicht nur Klempner, Elektriker, KFZ-Mechaniker stecken sich das Bare so in die Tasche, auch Rechtsanwälte, Zahnärzte. Was der italienische Staat sich bei denen nicht holen kann, holt er sich woanders. Die Guardia di Finanza fliegt mit Helikoptern durch die Gegend und drückt sich Secret-Service-mäßig (“es riecht nach Aftershave und Hot Dogs“) in Hauseingängen rum, um aus den Geschäften kommende Passanten zu kontrollieren, ob die auch den Kassenbon für die erstandenen Waren in der Tasche haben; haben sie keinen, zahlen sie (die Käufer) absurde Geldstrafen.

Problematisch ist das für Leute, die ihre Geschäfte mit Unternehmen und Personen tätigen, die nicht im gleichen Viertel ansässig sind und das mehrwertsteuerfreie Bare nicht persönlich übergeben können. Die müssen diese Geschäfte nämlich notgedrungen über die Banken abwickeln und der Secret Service muss die Einsichtnahme in die Kontobewegungen natürlich nicht mal beantragen und begründen. So sieht’s hier aus.


Jetzt habe ich aber von einem der Bekannten meiner aktuellen Lebensabschnittsbegleiterin meiner Liebsten gehört, wie einfach es ist, ein Konto in der Schweiz zu eröffnen. Ich selbst würde das nie tun. Ich könnte ja nicht mehr in den Spiegel sehen. Trotzdem gebe ich diese Informationen hier mal weiter:

www.postfinance.chGelbes Konto (in CHF oder in Fremdwährung) – das entsprechende elektronische Formular ausfüllen und senden und nach wenigen Tagen kommen die Vertragsunterlagen per Post. Die Unterlagen ausgefüllt und unterschrieben zurück senden. Fotokopie des Passes beilegen. Die Fotokopie muss vorher von einem Notar bestätigt werden. Das Konto kann natürlich online geführt werden.

Ciao!

Most Commented Posts

2 Reaktionen zu “Konto in der Schweiz”

  1. HeikoNo Gravatar

    Jetzt les ich schon seit einiger Zeit hier im Blog mit und bemerke erst jetzt das du in Italien lebst. Na sowas aber auch…
    Ich bin selbst erst vor 3 Monaten aus Italien wieder nach Deutschland gezogen, war dort auch selbstständig und kenne die “Jungs” von der Guardia di Finanza nur zu gut.
    Wenn man deutsche Verhätnisse gewohnt ist, ist es schon sehr merkwürdig den Secret Service dort mit den Streifenwagen durch die Gegend fahren zu sehen. Das flösst doch eine ganze Menge Respekt ein ;-)
    In Italien bekommt man schnell den Eindruck vermittelt das Geld dort eine ganz entscheidend übergeordnete Rolle spielt, nicht zuletzt schon dadurch, das der erste Gang in Italien (noch VOR der Aufenthaltsgenehmigung) der zum ufficio delle entrate (Finanzamt) ist um sich den ach so wichtigen codice fiscale (die Steuernummer) zu besorgen. Ohne diese kleine weiss-grüne Plastikkarte, die schon stark an eine Kreditkarte erinnert, geht in Italien ja wirklich gar nichts.

  2. noltenolteNo Gravatar

    @Heiko: Wahrscheinlich bleibt denen gar nicht anderes übrig. Es sind ja nicht nur die Kleinunternehmer, Handwerker, Zahnärzte, die keine oder zumindest nur einen verschwindend geringen Teil der fälligen Steuern bezahlen: Wie es in der Industrie aussieht, liegt auf der Hand. Andrerseits wird hier in Italien sogar das Gesundheitssystem aus Steuergeldern finanziert. Nur: Die sollen _uns_ vom Hals bleiben, zumindest in dem Ausmaß. Ich schicke meinen Sohn hier zur Schule, habe mich schon mal ins Krankenhaus gelegt, usw. und habe gar nichts dagegen, dafür auch angemessen zu bezahlen. Aber, was die wollen, ist nicht angemessen. Einem der 200.000 im Jahr verdient, können sie 40% abnehmen, einem der 60.000 verdient, nicht, dann kommt er in Schwierigkeiten – als Freiberufler, der sowieso keinerlei Ansprüche (Rente, Arbeitsausfall usw.) hat, jedenfalls.

Einen Kommentar schreiben

Übersetzer-Blog • Veröffentlicht unter Creative Commons BY-NC-SAWP-Theme • CMS: Wordpress • Webdesign: nofactory.eu