In einer der größeren deutschen Übersetzer-Mailinglists hat eine Kollegin einen Aufruf zur Leserbriefaktion “Guido spricht Deutsch” gestartet, die Kollegen gebeten “diese Chance für unseren Berufsstand zu nutzen” und selbst nachfolgenden Leserbrief an ein Lokalblatt gesendet:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich kann Ihre Schelte nicht verstehen. Herr Westerwelle ist deutscher Muttersprachler und in der eigenen Muttersprache kann man sich nun mal am besten ausdrücken. Ich finde es richtig und gut, dass er darauf besteht, konsequent seine Muttersprache zu benutzen. Für die Übertragung des gesprochenen Wortes sind in dem Fall die qualifizierten Konferenz-Dolmetscher und -Dolmetscherinnen zuständig. Sie sind die Mittler zwischen den Sprachen und Kulturen und haben dafür eine langjährige Ausbildung durchlaufen. Herr Westerwelle kann sich auf seine Antworten konzentrieren und muss nicht auch noch überlegen, wie er das in einer für ihn fremden Sprache ausdrücken muss. Englischkenntnisse sind im täglichen Leben sicherlich von Vorteil. Aber im Geschäftsleben und in der Politik, wo es auf Inhalte und Genauigkeit ankommt, sollte man die Sprachmittlung doch lieber den Fachleuten überlassen!
Dass sein Englisch ganz passabel ist, beweist Guido Westerwelle auf Twitter – okay, die ein oder andere kleine Schwäche seiner englischen Diktion wird man feststellen, aber die hat er ja auch im Deutschen: “Es ist Deutschland hier.”