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Chandler-Übersetzungen von Wulf Teichmann

Seitdem sich in meinem Feedreader die Blogs häufen, sind Zeitungen, Zeitschriften und sogar Bücher etwas ins Hintertreffen geraten.

Mit Raymond Chandler lande ich aber seit Ewigkeiten immer wieder im Bett. Am liebsten mit den Erzählungen aus “Erpresser schießen nicht”, die ich im Laufe der Jahre sicher an die 30 mal, vielleicht sogar öfter, gelesen haben. Die Übersetzungen sind von Hans Wollschläger, Wulf Teichman, Urs Widmer – und einem der Komiker aus dem “literarischen Quartett”, der aber als Chandler-Übersetzer eine weitaus bessere Figur macht, als im TV. Über Hans Wollschläger muss ich ja wohl nichts sagen, aber auch Wulf Teichmanns Chandler-Übersetzungen sind Klasse-Übersetzungen – keine Frage.

Es gibt da allerdings eine Stelle in Wulf Teichmanns Übersetzung von Chandlers 1940 erschienenen erschienenem erschienenen “Farewell My Lovely”, da müssen dem Übersetzer irgendwie die Lampen aus gegangen sein:

“Fernes Bumsen von Musik wie das Scheppern eines Basses aus einem billigen Radio”.

Musik bumst nicht. Nicht von nah und nicht von fern. Bumsen ist was anderes. Und nichts liegt einem Bass ferner, als zu scheppern. Er kann wummern, dröhnen, sogar pumpen, aber scheppern tut er ganz bestimmt auch in einem billigen Radio nicht. Ich bin sicher, dass Raymond Chandler, der ja in Nebensätzen immer wieder mal ein paar Worte über den Jazz seiner Zeit verliert, einen Bass nicht scheppern lässt.

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