Nennen Sie uns Ihren Preis

Nennen Sie uns Ihren Preis und wir werden sicher irgendeinen Schwachkopf finden, der bereit ist, dafür zu arbeiten.

Auch nicht schlecht, die Idee des smarten, menschlichen Übersetzungsdienstleisters Tomedes, der seinen Kunden jetzt anbietet, selbst den Preis für eine bestellte Übersetzung zu nennen:

uebersetzung-preise

Und so geht’s:
Der Kunde sendet die zu übersetzenden Texte per Datei-Upload und erhält das beste Angebot.
Erscheint dieses ihm zu hoch, gibt Tomedes ihm die Möglichkeit, den Preis, den er für die Übersetzung zahlen möchte, selbst zu bestimmen.
Der Kunde bestellt die Übersetzung zu dem von ihm festgelegten Preis.
Daraufhin wird der Auftrag unter angeschlossenen Übersetzern und auf was weiß ich welchen Kanälen “versteigert” und geht an den Niedrigstbietenden.
In dem Fall, dass für den festgelegten Preis kein Übersetzer zu finden ist, wird der Kunde benachrichtigt. Ich wette aber, dass das noch nicht vorgekommen ist.

Via Riccardo Schiaffino



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Umfrage: Entwicklung des Geschäftsjahres 2008

Downturn, Upturn oder Status Quo fragt Global Watchtower.

277 freiberufliche Übersetzer weltweit wurden zum Verlauf des vierten Quartals 2008 befragt. Für 3/4 der Teilnehmer ist das Quartal trotz allgemeiner Krise “gut” oder “zufriedenstellend” verlaufen; eine “große Anzahl” räumte allerdings ein, sich hinsichtlich der Preise unter Druck zu fühlen. Trotzdem gaben mehr als 3/4 der Befragten an, ihre Preise im kommenden Quartal nicht senken zu wollen. Eine Zusammenfassung gibt’s auf der Global Watchtower Website. Registrieren, einloggen und die kostenlose Kopie des Umfrageergebnisses herunterladen.

Via Corinne McKay



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EU: Übersetzer und Dolmetscher gehen in Rente

Rund 700 EU-Übersetzer gehen in den nächsten Jahren in Rente. Bis 2015 wird ca. ein Drittel allein der englischen Muttersprachler abtreten. Aber auch Dolmetscher mit Deutsch, Französisch, Italienisch und Niederländisch als Muttersprache werden bald fehlen.

Einstiegsgehalt 5000 Euro netto! Na, ist das was?

Pfeil via Euronews



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Preiskampf in der Übersetzungsbranche

Anfang Dezember haben wir hier eine kleine Umfrage im Zusammenhang mit aufgrund der Finanzkrise unter dem Vorwand der Finanzkrise um Preisermäßigungen bittenden Agenturen veranstaltet. Die gleiche Umfrage haben wir auch in unserem italienischen Übersetzerforum durchgeführt.

Die Teilnahme war zwar ziemlich zurückhaltend – insgesamt wurden 170 Stimmen abgegeben (obwohl die entsprechenden Unterseiten über 2000 mal besucht wurden; komisch, wär doch nur ein Klick gewesen) – die Haltung der Kollegen, sowohl in Deutschland, als auch in Italien, ist jedoch eindeutig.

96% sagten “Nein, ich bleibe bei meinen Preisen”, nur 4% wären bereit, der Agentur entgegen zu kommen.

Wir haben den Agenturen, die sich mit der Bitte 2009 einen geringeren Zeilenpreis zu akzeptieren an uns gewandt haben, abgesagt. Der Grund: Weil wir es uns leisten können.

Wir wissen aber auch, dass die große Mehrheit insbesondere der jüngeren Kollegen, deren Bewerbungen jeden Tag in unserer Mailbox landen, sich das absolut nicht leisten kann und nicht leisten wird. Ich gehe davon aus, dass sich bei dieser Umfrage und in den Kommentaren dazu nur diejenigen zu Wort gemeldet haben, die es sich ebenfalls leisten können.

Eine andere Erklärung habe ich für das Umfrageergebnis angesichts der Marktentwicklung in den letzten 2 Jahren nicht. Man muss sich ja nur mal mit für das eigene Angebot relevanten Suchphrasen umtun und die geschalteten AdWords-Kampagnen ansehen…

2008 haben wir von direkten (Neu-)Kunden aus Deutschland, der Schweiz, Österreich (Aufträge aus Italien kommen für uns schon seit einigen Jahren nicht mehr in Frage), nur ca. 20% der Aufträge erhalten, für die ein Angebot angefordert wurde. 2007 waren es noch 40%. Sicher ist diese Entwicklung insbesondere in unserem Bereich (technische Dokumentationen) besonders ausgeprägt, in dem viele Aufträge von mittelständischen und inzwischen sogar kleinen Unternehmen kommen, die auf den europäischen Markt drängen, denn für einen kleinen Software- oder Gerätehersteller, der in Italien verkaufen will, ist es natürlich ein Unterschied, ob er die allfälligen Übersetzungen seiner Dokumentationen ins Italienische für 5.000 oder für 4.000 Euro erhält.

Wir sind der Auffassung, dass man die gegenwärtige Entwicklung nicht einfach ignorieren kann und haben uns entschieden, unsere Preise für Agenturen 2009 nicht zu erhöhen. Vereinbarte Agenturpreise zu senken kommt für uns nicht in Frage.

Bei direkten Kunden verhält es sich anders, jeder direkte Kunde ist ein Einzelfall, da kann man immer reden. Wer um Entgegenkommen bittet, ist meist auch selbst bereit, entgegen zu kommen und wenn man ein besser vorbereitetes Originaldokument, eine Zahlungsfrist von 10 Tagen und eine Anzahlung aushandeln kann, kann man sich natürlich bewegen, außerdem: Man macht sich Freunde; die meisten kommen wieder und eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem direkten Kunden ist was wert.

Weiterführende Links:
Pfeil globalwatchtower.com: Economic Crisis? Some LSPs Ask “What Crisis?”
Pfeil aldrige.de: Feeling the economy



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Agentur billiger als direkt beauftragter Übersetzer

Übersetzung JuventusGestern nachmittag habe ich eine Anfrage einer deutschen Baufirma für die Übersetzung einer Ausschreibung im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen norditalienischen Fussballstadions erhalten.

Nachdem ich heute morgen um 4:00 die 5 gesendeten PDF-Dateien eingelesen und die Zeilen auf 400 angekündigte Seiten hochgerechnet hatte, war klar, dass ich die Leute erstmal anrufen muss, um mit dem für das Projekt verantwortlichen Mitarbeiter Einzelheiten zu besprechen und das Angebot so gestalten zu können, dass es auch annehmbar ist. An die 15.000 Zeilen innerhalb von 18 Tagen über Weihnachten und Neujahr zu übersetzen, ist keine Kleinigkeit, 25.000 bis 30.000 Euro auch nicht.

Ruf ich also heute morgen da an und der sagt zu mir: “Die anderen haben da aber kein Problem mit”. Ich habe geantwortet: “Okay, wenn Sie jemanden gefunden haben, für den das offenbar problemlos zu bewältigen ist, dann wünsch ich Ihnen alles Gute für die Sache”. Der Typ wollte aber doch noch ein bisschen weiterreden, und zwar über den Preis. Ich habe ihm vorgerechnet: “Wenn wir unseren günstigsten Preis von 1,50 Euro pro Normzeile zugrunde legen, sind wir schon bei über 20.000 Euro. Feiertage, Eile und die Koordination der Arbeit von mindestens 3 Kollegen nicht berücksichtigt.”

Er hat mir daraufhin gesagt, dass er von zwei deutschen Agenturen Angebote vorliegen habe, die bei der Hälfte liegen. “Die Hälfte” ist natürlich blanker Unsinn, einfach nicht wahr. Tatsache ist: Deutsche Agenturen unterbieten einen Zeilenpreis von 1,50 Euro für dieses innerhalb kürzester Zeit über die Feiertage abzuwickelnde Großprojekt und erhalten den Auftrag.

Bin mal gespannt, ob sich im Lauf des Tages jemand meldet und fragt, ob ich ein paar tausend Zeilen übernehmen kann. Ist mir schon ein paar mal passiert. Falls jemand irgendwas hört oder sieht, irgendwas bei Proz oder sonstwo ausgeschrieben wird… würde mich natürlich brennend interessieren.

Foto Wikipedia



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Lebenslauf Übersetzer

Von einer österreichischen Agentur, für die ich schon länger und ganz gerne regelmäßig arbeite, bin ich jetzt schon zum dritten mal innerhalb weniger Wochen angeschrieben worden:

Für unser ÖNORM EN 15038 Zertifikat benötigen wir Ihren Lebenslauf…

Okay, dachte ich, eine Agentur weniger. Ich habe aber, weil ich die Antwort nicht mehr schuldig bleiben konnte und vor allem, weil es so nette Damen da gibt, mit denen ich sowieso so oft wie möglich telefoniere, angerufen und denen erklärt, dass ich keinen akademischen Lebenslauf habe, der ihnen nützen könnte, denn wie alle großen Übersetzer, bin ich natürlich Quereinsteiger ;-)

Dann habe ich mich aber doch breit schlagen lassen, mir irgendwas aus den Fingern zu saugen und das gefällt mir so gut, dass ich einfach nicht widerstehen kann und es auch hier noch zum Besten gebe (bisschen gefaked natürlich, aber nur ein bisschen).

* 1960 in Dortmund. Nach dem Besuch eines neusprachlichen Gymnasiums ab 1979 Musiker, Texter und Übersetzer in Hamburg, langjährige Auslandsaufenthalte in Frankreich, Spanien, Italien, seit 1993 hauptberuflicher Fachübersetzer für Deutsch und Italienisch, seit 1999 wohnhaft in Rom.

Betreiber diverser Fachübersetzer-Foren und -Verzeichnisse:
The Checklist
Online-Freelancer

Webworkshops für freiberufliche Übersetzer, u. a.:
Suchmaschinen-Workshop

Regelmäßige Veröffentlichungen im
Italien-Blog und zahlreichen anderen Blogs.

Scheint zu reichen für ein Ö-Audit. Na um so besser! Starker Auftritt aber, oder?



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Maschinelle Übersetzungen im Internet

Eigentlich werden diese ganzen Hinweise auf daneben gegangene maschinelle Übersetzungen im Internet ja langsam langweilig. Dieser hier ist auch langweilig, aber immerhin: So hab ich 10 neue Zeilen im Blog!

Während einer kurzen Google-Runde für einen Artikel, den ich vor ein paar Tagen in meinem italienischen Küchenblog veröffentlicht habe, bin ich auf diese Sammlung von maschinell übersetzten Heston Blumenthal-Zitaten gestoßen:

“Wenn es gut es nicht schmeckt, geht nicht auf das Menü.”

Da wird niemand widersprechen wollen. Prost!



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Übersetzungen vom mechanischen Türken

Anfang des Jahres bin ich schon mal über den mechanischen Übersetzungs-Türken tolingo.de gestolpert, der sich anschickte, die Ergebnislisten der Suchmaschinen zu stürmen. Stürmt weiter. Heute, am strategisch gewählten 30. September, dem vom “altehrwürdigen” Verband deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ) ausgerufenen “Tag der Übersetzungen in Deutschland” hagelt es Pressemitteilungen von tolingo.

Revolution: Mehr als 1000 Übersetzer sind www.tolingo.de / Erdbeben am 30. September, dem “Tag der Übersetzungen in Deutschland”.

Lest selbst: Z. B. presseportal.de

(Interessant ist auch die von tolingo locker dominierte Suchabfrage Tag der Übersetzungen in Deutschland. VdÜ, wo bist Du? Ist doch Dein Ding!)

“Übersetzungen 2.0″ nennen die tolingo-Revolutionäre ihr Konzept. Sie wollen damit eine neue Generation bezeichnen, die rund um die Uhr qualifizierte Übersetzungen zu einem wie es heißt unschlagbaren Preis in Internet-Geschwindigkeit anbietet. Schnelligkeit ist dabei ein entscheidender Faktor: Wer ein Dokument vom PC unter www.tolingo.de hochlädt und die Zielsprache der Übersetzung angibt, sieht sofort auf seinem Bildschirm die verbindliche Preiszusage und den definitiven Liefertermin, wann er die Übersetzung per E-Mail erhält.

Ich werde jetzt jedenfalls mal ein paar Euro investieren und habe einen schönen italienischen Text vorbereitet, den ich tolingo unterjubeln werde.

Übersetzung online

Die “Fachübersetzung” durch einen “zertifizierten Übersetzer” mit Lektorat kostet 21,13 Euro inkl. 19% MwSt. Die Übersetzung von einem “semiprofessionellen Übersetzer” ohne Lektorat kostet 7,00 Euro inkl. 19% MwSt.

Bin gespannt, was dabei rauskommt. Bericht folgt dann zu gegebener Zeit.



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Übersetzung Feuchtgebiete, Charlotte Roche, ins Englische

Charlotte RocheOffenbar bereitet die Übersetzung der Feuchtgebiete von Charlotte Roche dem Englisch-Übersetzer große Probleme. Im April 2009 soll Feuchtgebiete auf Englisch erscheinen. Sieht so aus, als käme der mit der Übersetzung beauftragte Playboy-Redakteur bis dahin noch ziemlich ins Schwitzen, sagt er jedenfalls:

“Was heißt «Muschipilzbefall» auf Englisch?

Beh? So schwer ist das? Naja, kommt davon, wenn man Playboy-Redakteure mit Übersetzungen beauftragt.

[Update: Du lieber Himmel! Stand sogar schon in der Bildzeitung. Ich krieg auch nichts mit hier. Prost Nolte. Naja, kommt davon, wenn man vom Google News Alert Neuigkeiten erwartet.]



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Elena Doria, Übersetzerin

In eigener Sache: Verweise kurz auf ein gerade gestartetes Projekt meiner aktuellen Lebensabschnittsbegleiterin und Mutter eines meiner Kinder:

Progetto Peter Weiss. L’estetica della resistenza. Der Hypertexter.

Elena Doria



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