Kürzlich drüber gestolpert und hier [
Spam bei Proz] erwähnt, dass Profil-Seiten von Proz offenbar zu massivem Suchmaschinenspam missbraucht werden.
Die Sache interessiert mich natürlich, daher habe ich folgende Mail an eine mir bekannte, bei Proz ziemlich engagierte Kollegin geschrieben (die hat das irgendwohin weitergeleitet, scheint da aber niemanden zu interessieren):
“Da die Proz-Forenseiten ja zur Indizierung durch Suchmaschinen freigegeben sind, wird Proz langsam auch bei der Terminologierecherche mit Google zu einem brauchbaren Instrument. Jeder ernsthaft recherchierende technische Übersetzer wird die Erfahrung schon gemacht haben: Die Eingabe eines Terms in einer Fremdsprache in Google.DE - Option “Seiten auf Deutsch” führt des öfteren zu einer schnellen Lösung auf die Foren-Seiten von Proz.
Es wäre daher schade, wenn die Domain Proz.com aufgrund des massiven Spams auf den Profil-Seiten Schaden nehmen würde. Bei Google läuft ja gerade die ganz große Abstraf- und Aufräumaktion. Seiten, Domains, die sich Manipulationen von Suchergebnissen durch verbotene, nicht den Richtlinien für Webmaster entsprechende Techniken, zu Schulden kommen lassen, werden nachhaltig bestraft und im Index ziemlich weit nach hinten gesetzt oder ganz rausgeschmissen.”
Hier noch mal der Link auf das Beispiel: http://tam.proz.com/profile/99386
Schon, was auf der Seite sichtbar ist, ist lustig, noch lustiger sind die aus dem Quelltext kopierten Keywords (11.200 Zeichen!). Scrollt mal kurz runter, ein paar Keys habe ich farblich hervorgehoben. “Take That” sind auch dabei, und ein Audi A2 TDI.
Proz! Prost!

Kein Ende in Sicht: Neueinstieg auf Platz 4 der Top Ten für die Suchabfrage Übersetzung Deutsch Italienisch*: Die Ratgeber-Community gutefrage.net (832.000 Unterseiten im Google-Index).
Irgendwann muss ich sowas auch mal versuchen. Wie macht man das? Wie baut man so ein Ding auf? Der Großteil der Community-Mitglieder ist doch gefaked, oder?
* Siehe MFA - Made for AdSense und Made for AdSense Paralympics.
Kleiner Hinweis auf eine Liebserklärung vom Adult-Blogger und eine eher kritische Beziehungsanalyse im SEO Marketing Blog.
Den momentan allseits beliebten Geschwindigkeitsselbsttest habe ich jetzt auch mal gemacht: Keine 10 Minuten hat es gedauert, bis der vorgestern veröffentlichte kurze Artikel über Harry Rowohlts soeben erschienene Neuübersetzung von Flann O’Brien: Das harte Leben mit der Suchphrase Übersetzung Harry Rowohlt hinter Wikipedia und vor FAZ und Zeit auf Platz 2 der Suchergebnislisten gelandet ist - nicht die Bloghauptseite, sondern die Unterseite selbst:

Genauso schnell ging’s es einen Tag später mit dem Beitrag Änderungen am Google Algorithmus:

Ein SEO-Blogger mit dem unsäglichen Namen eines Fussballbezirksliga-Kapitäns und dem Stil eines Oberstudienrats aus dem frühen 20. Jh., den ich in meinem Feedreader ob der köstlichen Satiren, die er regelmäßig vom Stapel lässt, nicht mehr missen möchte (z. B.: Wie Karl Marx Social Bookmarking optimieren würde), wollte uns schon vor ein paar Monaten weismachen, dass Web 1.0-Links nichts mehr wert sind und wir uns jetzt alle in irgendwelchen Communities rumtreiben müssen, um Kontakte zu machen, Kunden zu finden. Jetzt erklärt er uns, dass der Google-Algorithmus dahingehend geändert wurde, dass nicht mehr die Anzahl und Qualität eingehender Links, sondern die Aktualität einer Seite zum wichtigsten Ranking-Kriterium geworden ist. Das wird jeden (Sprach-)Dienstleister schrecken, der mehr an der Qualität seiner Dienstleistung, als an deren Präsentation im Netz arbeitet; schlecht für den, der die beste Dienstleistung sucht - wenn es denn so wäre.
Laut Johannes Beus geht das Ganze auf … lest selbst: Über die Entstehung von SEO-Gerüchten zurück; an anderer, ebenfalls glaubwürdiger Stelle, werden seologische Schwindelanfälle diagnostiziert. Julian Dziki empfiehlt denen, die keine Ahnung haben, wie z. B. die Computerwoche, den Ball flach zu halten. Endlich mal wieder richtig was los!
Ob es Änderungen am Algorithmus selbst gegeben hat, kann ich nicht beurteilen. Ich stelle jedenfalls fest:
Während Google für die für uns relevanten Keywordkombinationen wie
Übersetzung deutsch italienisch oder Übersetzer italienisch bis Dezember 2007 noch zwischen 1,5 und 2 Millionen Suchergebnisse geliefert hat, werden heute nur noch 200.000 bis 400.000 Ergebnisse für derartige Kombinationen ausgegeben. Die schon in den Artikeln Made for AdSense Paralympics und MFA-Made for AdSense genannten drittklassigen Wörterbücher, die - worüber mit diesen Suchbegriffen suchende Nutzer sich sicher freuen - die ersten Ergebnisseiten dominieren, sind aber von dieser Rationalisierungsmaßnahme weitgehend verschont geblieben. Sehr gelungen auch dieses Seitchen, das für die Suchabfrage “Übersetzung deutsch italienisch” auf Platz 3 und 4 von 198.000 Ergebnissen gelistet wird:

Der zurückliegende Export der aktuellen Pagerankwerte ist eigentlich nicht der Rede wert. Seiten von Linkverkäufern wurden entwertet/abgewertet, das aber erstens ziemlich milde, zweitens erst nach langer Ankündigung und drittens versteh ich nicht, dass einer nicht versteht, dass eine Suchmaschine, für die die Anzahl und Qualität eingehender Links eines der wichtigsten Bewertungskriterien ist, sich dagegen schützt, dass die Leute mit diesem Kriterium herumdealen wie die Irren. Würde sie das nicht tun, wäre sie bald keine Suchmaschine mehr. Von einer Abstrafung kann also keine Rede sein.
Ansonsten wurde der Pagerank allgemein nach unten angepasst, was, da die Skala ja nach oben begrenzt ist, von Zeit zu Zeit unumgänglich ist. Auswirkungen des “Updates” auf das Ranking sind natürlich wie immer gleich Null, da es ja nur ein Update der Anzeige ist. Pagerank selbst wird, wenn ichs richtig verstanden habe, laufend berechnet; was wir da heute in der Toolbar sehen, war also schon gestern wirksam. Der Rede wert ist möglicherweise, was und wieviel darüber geredet wurde.
Ach ja: Ein Artikel mit dem Titel Langer Schwanz - The Long Tail bringt in schöner Regelmäßigkeit so einige Besucher auf diese Seiten. Jetzt ist noch einer dazu gekommen, der nochmal genausoviele aus dem gleichen Lager bringt: Warum eine Webseite von hinten nach vorne gelesen wird. Auch das ist nicht der Rede wert und natürlich gar nicht gut für die Verweilzeit, aber wenigstens lustig.
Prost!
Hoffen wir mal, dass der offenbar ziemlich schlecht beratene Verursacher der nachfolgend dokumentierten Netzverschmutzung das Offline-Marketing nicht vernachlässigt hat. Ich könnte mir vorstellen, dass sein über das Netz erwirtschaftetes Auftragsvolumen in absehbarer Zeit um Einiges zurückgeht - ich schätze mal so um die 99%. Prost!
http://www.albanisch-uebersetzungen.de/
http://www.arabisch-uebersetzungen.de/
http://www.armenisch-uebersetzungen.de/
http://www.bulgarisch-uebersetzungen.de/
http://www.chinesisch-uebersetzungen.de/
http://www.daenisch-uebersetzungen.de/
http://www.englisch-uebersetzungen.de/
http://www.finnisch-uebersetzungen.de/
http://www.franzoesisch-uebersetzungen.de/
http://www.griechisch-uebersetzungen.de/
http://www.italienisch-uebersetzungen.de/
http://www.japanisch-uebersetzungen.de/
http://www.koreanisch-uebersetzungen.de/
http://www.kroatisch-uebersetzungen.de/
http://www.lettisch-uebersetzungen.de/
http://www.niederlaendisch-uebersetzungen.de/
http://www.norwegisch-uebersetzungen.de/
http://www.persisch-uebersetzungen.de/
http://www.polnisch-uebersetzungen.de/
http://www.portugiesisch-uebersetzungen.de/
http://www.rumaenisch-uebersetzungen.de/
http://www.russisch-uebersetzungen.de/
http://www.slowenisch-uebersetzungen.de/
http://www.spanisch-uebersetzungen.de/
http://www.schwedisch-uebersetzungen.de/
http://www.thai-uebersetzungen.de/
http://www.tschechisch-uebersetzungen.de/
http://www.tuerkisch-uebersetzungen.de/
http://www.ukrainisch-uebersetzungen.de/
http://www.ungarisch-uebersetzungen.de/
http://www.urdu-uebersetzungen.de/
http://www.vietnamesisch-uebersetzungen.de/
Dazu kommen noch diverse Variationen wie
http://www.armenisch.de/
http://www.estnisch.de/
http://www.georgisch.de/
http://www.lettisch.de/
http://www.litauisch.de/ … … …
und nicht zu vergessen, die Dolmetscher:
http://www.philippinisch-dolmetscher.de/ oder http://www.tagalog-dolmetscher.de/
Auf den einzelnen Seiten finden wir dann jedesmal den gleichen kurzen Text über “die hohe Kunst des Übersetzens” (und natürlich die Kontaktinformationen), wobei für die anderen Domains lediglich albanisch durch arabisch bis vietnamesisch ersetzt wird; im Fuß einer jeden Seite hunderte von mit Keywords vollgestopften Textlinks, die auf die Hauptdomain verweisen. Dem Link auf die Hauptdomain folgend finden wir das gleiche Zeug dann noch einmal. Im Seitenfuß hier allerdings keine Textlinks, sondern aus der Microsoft® Encarta® Enzyklopädie kopierten Pseudocontent:
Allgemeine Informationen zur Sprache Albanisch: Die albanische Sprache ist eine indogermanische Sprache, die … … - Allgemeine Informationen zur Sprache Vietnamesisch … …
Das sind ist aber nur die *.de-Domains ist aber nur ein Teil der *.de-Domains und auch auf die ganzen *.biz (wie z. B. http://www.tuerkisch.biz/), *.info (wie z. B. http://www.englisch-uebersetzung.info/), *.net, usw. habe ich verzichtet. Dort darfs dann auch noch etwas billiger sein und wir werden gleich direkt weitergeleitet: http://nslations.net/
Ich habe auch nur in die ersten 100 vom Backlinkchecker ausgespukten Ergebnisse reingeklickt. Würde wahrscheinlich ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen, diesen unglaublichen Datenmülll in seinem ganzen Umfang zu sichten.
Was wird eine Suchmaschine, die um die Qualität und Ausgewogenheit ihrer Suchergebnisse bemüht ist, dazu über kurz oder lang sagen (müssen)? Genau: Ciao!
Momentan ist ja die Hölle los in Sachen Linkkauf und Linkverkauf.
Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren und behalte mir vor, möglicherweise was Wichtiges übersehen zu haben, aber für mich stellt sich die Sache so dar:
Ich lebe als auf eine Sprachkombination spezialisierter Übersetzer davon, dass nach genau meinem speziellen Angebot suchende Internetnutzer/potenzielle Kunden mich in den Ergebnislisten der Suchmaschinen finden. Wenn das mit der Linkkauferei jetzt alles so glatt durchgehen würde, würden diese potenziellen Kunden zuerst die ganzen Übersetzungssupermärkte finden, die Übersetzungen in und aus allen Sprachen der Welt anbieten und deren Werbeetat ungefähr meinem Jahresumsatz entspricht. Die würden vor mir stehen, obwohl deren Angebot für diese eine Sprachkombination mit meinem speziellen Angebot natürlich qualitativ bei Weitem nicht mithalten kann, obwohl ich, der nur auf diese eine Sprachkombination konzentriert ist, natürlich die für mein spezielles Thema mit Abstand komplexeste Webseite betreibe und mich abmühe, nützliche Inhalte bereit zu stellen, Ressourcen und Informationen für Kollegen und andere an meinem speziellen Thema interessierte Internetnutzer zu liefern.
Ja was soll ich denn sagen? Danke, dass man mir das nicht mit ein paar Tausend Kröten im Jahr einfach wegkaufen kann.
Wer die Musik im Netz machen würde, wenn man sich die Bühne so leicht kaufen könnte, liegt auf der Hand, oder?
Guerilla-Marketing bezeichnet die Wahl ungewöhnlicher Aktionen im Marketing, die mit untypisch geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung erzielen sollen. [Wikipedia]
Auf dem Kassenbon meiner bevorzugten Bar am Lungo Mare von Ostia, Rom, steht nicht mehr “Arrivederci e Grazie” unten drunter, sondern die Adresse meines Independent Music Portals 2loud.eu (in italienischer Sprache*).

* Auch, wer italienisch nicht so gut liest, findet auf 2loud.eu jede Menge Namen, Daten, Musik und Videos, auf die jemand, der sich nicht mehr oder weniger intensiv mit Musik (independent Pop) beschäftigt, sicher nicht so ohne weiteres kommt, wie z. B. die Videos von:
Klickt mal rein, lohnt sich!
Als Linkbaiting bezeichnet man Aktionen, die andere dazu bringen, einen Link auf die eigene Seite zu setzen, das “Ködern” von eingehenden natürlichen Links.
Das geschieht meist durch das Erstellen von Inhalten, die den Besucher der Seite animieren, diese zu verlinken und andere auf diese Inhalte hinzuweisen. Am besten gehts wohl, indem man einen nützlichen Service, ein Tool, einen Workshop, usw. online stellt. Auch mit kontroversen Artikeln kann es klappen.
Ein Beispiel für einen glatt verunglückten, völlig dilettantischen Linkbaiting-Versuch habe ich vor kurzem selbst produziert. Wollte mal sehen, was passiert. Hab ich gesehen: Auf die Tour gar nichts! Muss ich mir mal was besseres einfallen lassen. Ein Wochenende in Rom scheint nichts mehr wert zu sein. Da können die SEO-Prinzen nur müde lächeln.
Besser gemacht hat es Andreas Kellerhals von internet4you.ch. Er hat 5 T-Shirts mit dem Aufdruck “SEO is not a crime - you spammer” unter denen verlost, die einen Link auf eine genannte Adresse setzen.
Eins davon habe ich gewonnen. Soeben mit der Post gekommen. Hier das gerade geschossene Foto als Beweis:

Prost!
Webdesign und Suchmaschinenoptimierung: nofactory.eu
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