Übersetzung Italienisch Billig

spacer Ein Wort zu Billiganbietern von Übersetzungen vorab…

Über den mechanischen Übersetzungstürken Tolingo habe ich ja schon mehrfach geschrieben, kürzlich auch das Handelsblatt: “75 Prozent der Übersetzer in Deutschland sind Freelancer, die sich bisher in Eigenregie um ihre Aufträge kümmern mussten. Das ist nun anders: Tolingo liefert ihnen ihre Jobs frei Haus”, ist dort in einer Ausgabe vom April 2010 zu lesen. Das ist natürlich, wie so ziemlich alles in dem dort veröffentlichten Artikelchen, völliger Blödsinn: Bis auf einen verschwindend geringen Teil kriegen freiberufliche Übersetzer ihre Aufträge schon immer fast ausschließlich von Agenturen frei Haus geliefert. Wenn das nicht so wäre, würde es Tolingo gar nicht geben.

Genauso blödsinnig ist das Gefasel von neuen Wegen und Konzepten Tolingos (“Die Übersetzerbranche geht online”): Die Automatisierung, nicht nur der internen Abläufe, sondern auch der Auftragsabwicklung selbst, ist weder neu noch einmalig. In den Kommentaren zu den eingangs verlinkten früheren Posts über Tolingo haben sich diverse Agenturen gemeldet, die schon seit Jahren mit der gleichen technischen Ausrüstung ihre Dienstleistungen anbieten. Mehr als ein paar Javascripts und ein bisschen PHP sind nicht erforderlich, um einen Text online einzulesen und unter Berücksichtigung einiger vom Nutzer angegebener und/oder voreingestellter Parameter die Kosten für dessen Übertragung in eine andere Sprache zu berechnen und nach ein paar Sekunden auszuspucken. Das einzig Neue an Tolingo ist das aggressive online-Marketing, das allwöchentliche Bombardement aller möglichen Plattformen und Portale mit Pressemeldungen, die seit mehr als zwei Jahren unermüdlich die Geschichte von der Revolutionierung der Übersetzungsbranche verkaufen, der auch das Handelsblatt aufgesessen ist.

uebersetzer-gesuchtWer die Kosten für die Optimierungskampagne für die organischen Suchergebnisse, für Linkkauf und AdWords-Werbung für alle erdenklichen Sprachkombinationen (siehe Screenshot links vom 22.08.2010, Suchabfrage Übersetzung Italienisch) einigermaßen einschätzen kann, weiß sowieso, dass da nicht mehr als 50% für den Übersetzer übrigbleiben können, der sich diese 50% allerdings noch mit einem Lektor teilen muss – jaja, die Legende vom Lektorieren… – deshalb machen die Tolingos da auch gar kein Geheimnis draus: “Gut 50 Prozent des Honorars für die Übersetzungsarbeit – von der SMS einer Spanierin an ihren Geliebten für 5,95 Euro bis zum Handbuch eines Exportunternehmens für 15.000 Euro – teilen sich Übersetzer und Korrektor”. Das wären, wenn Tolingo hält, was es in seinen AdWords-Anzeigen verspricht, 2 Cents pro Wort für hochqualifizierte Übersetzungen aus dem Italienischen ins Deutsche.

Laut Handelsblatt haben sich bereits 2.500 Übersetzer mit den paar Cents einverstanden und bereit erkärt, die online-Kampagnen und das “Loft in Hamburg Altona” zu finanzieren, wobei ich davon ausgehe, dass SMS-Nachrichten, Lebensläufe und andere Kleinstaufträge von Privaten, die selbstverständlich ohne Minimumpauschale abgewickelt werden, eher die Regel sind, als 15.000 Euro schwere Übersetzungen technischer Dokumentationen – den Produktmanager möchte ich sehen, der ohne den direkten Kontakt und das persönliche Verhältnis zum Auftragnehmer zu suchen, einen 15.000 Euro-Auftrag vergibt. Mal sehen, wie es weiterläuft. Ob man auf unserem inzwischen extrem engen Markt langfristig ein Bein an die Erde kriegt oder nicht, entscheidet ja nicht die Anzahl der Erstkunden, sondern die Anzahl derer, die wiederkommen. In zwei drei Jahren wissen wir’s.

Ich habe gar nichts gegen die Firma Tolingo, im Gegenteil: Das Guerilla-Marketing mit dem Slogan “Übersetzungen 2.0” beeindruckt mich sogar, das gebe ich gerne zu. Ich habe auch gar nichts gegen Übersetzer, die Aufträge für 2 Cents/Wort annehmen; bevor ich alten Frauen die Handtaschen klaue oder Harz IV beantrage, würde ich auch das tun (möglicherweise tun Tolingo-Übersetzer beides…) – und dem Handelsblatt kann ich nur ein gutgelauntes “Prost, Ihr Pappnasen” senden.

In der größten deutschsprachigen Übersetzer-Mailinglist (1.500+ Mitglieder) äußerte eine Handvoll Kollegen kürzlich ihren Unmut über die ihnen von Tolingo angebotenen Preise und Konditionen, die anderen (irgendwo müssen die 2.500 ja herkommen) haben lieber den Mund gehalten. Ein offenbar ebenfalls ziemlich gutgelaunter Kollege, der hier nicht genannt werden möchte, hat die Sache auf die Schulter genommen, auf die man solche Sachen nur nehmen kann und mir erlaubt, nachfolgenden, in die Liste gesandten “Leserbrief ohne Aussicht auf Veröffentlichung” hier zu publizieren. Wer sich bis jetzt noch nicht totgelacht hat, hat hier noch einmal Gelegenheit dazu:

“Liebes Handelsblatt!

Vielen Dank für Ihren äußerst interessanten Artikel. Wir sind von der Geschäftsidee so begeistert, dass wir daran denken, einen ähnlichen Dienst für Zeitungsverlage und Journalisten einzurichten.

Wir – eine Sekretärin, eine ausgebildete Krankenschwester und ein Theologiestudent – haben zwar ebenso wenige Kenntnisse auf dem Gebiet des Journalismus wie die Betreiber von Tolingo vom Übersetzen, aber Fachkenntnisse sind ja auch gar nicht erforderlich, wie der Erfolg der genannten Firma zeigt.

Ich möchte Ihnen an einem Beispiel kurz schildern, wie wir uns die Funktionsweise vorstellen: Ein Zeitungsverlag braucht einen Bericht über die Eröffnung einer Kunstausstellung oder den Amtsantritt des neuen Bürgermeisters. Dieser Verlag kann diesen Auftrag dann bei uns ausschreiben, und die Journalisten können sich darum bewerben.

Wir wollen aber noch darüber hinaus gehen und das Ganze in Form einer Versteigerung durchführen. Die registrierten Journalisten erhalten eine Mitteilung über einen neu ausgeschriebenen Auftrag und besuchen die virtuelle Versteigerung auf unserer Homepage. Dort beginnt eine Uhr bei 0 Euro zu ticken, wobei der angezeigte Preis allmählich zunimmt – also umgekehrt wie bei einer holländischen Blumenversteigerung. Ist der Zeiger dann z.B. bei 35 Euro angekommen und damit der Auftrag für einen der teilnehmenden Journalisten interessant geworden (z.B. weil die Kunstausstellung gleich bei ihm um die Ecke ist), dann kann er “zuklicken”, um den Auftrag zu erhalten (17,50 Euro für den Journalisten, 17,50 Euro für unsere Firma).*

Wir möchten uns nochmals recht herzlich für diesen Artikel und die darin geschilderte tolle Geschäftsidee bedanken!”

* Ich hab so den Verdacht, der Handelsblattartikel könnte genauso zustande gekommen sein.



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Guido Westerwelle reloaded

Ein Beitrag von Mario Nowak

Pfiffig anpacken

Guido Westerwelle hat sich auf seiner ersten Pressekonferenz als designierter neuer Außenminister der Bundesrepublik Deutschland geweigert, einem BBC-Reporter auf Englisch zu antworten. So weit, so unspektakulär. Was danach geschah, folgte nur der üblichen Dynamik in solchen Fällen: Der politische Gegner echauffierte sich, der Boulevard jubelte, die “Bild” stampfte flugs eine Online-Umfrage aus dem Boden, ob Westerwelle auf seinen Pressekonferenzen Deutsch sprechen dürfe, bei der – wenig überraschend – eine Dreiviertelmehrheit zustimmend votierte. Einen Tag später war der Spuk allerdings auch schon wieder vorbei. Die Videos bei YouTube waren von der Startseite verschwunden, weder “Tagesschau” noch “heute” berichteten mehr darüber, sowieso nicht Sender wie RTL2, wo die so genannten “Nachrichten” ohnehin oft nur die Fortsetzung der Werbung mit anderen Mitteln sind. Auch die “Bild” hatte sich längst wieder anderen Themen zugewandt, zum Beispiel den “Sexy Fashion Weeks” und der Frage, in welchem Outfit Michelle Hunziker wohl “Wetten dass …?” moderieren wird. In Bezug auf Westerwelle stellt sich das Blatt derweil die Frage, ob er nicht einen guten “Superminister” abgäbe.

Da er es nicht getan hat, wird sich letztlich nicht klären lassen, ob und wie gut Westerwelle auf der Pressekonferenz hätte auf Englisch antworten können. Auf den einschlägigen Plattformen kursierte vor der Bundestagswahl 2009 ein Video, das zumindest den Schluss nahe legt, er habe in Sachen Englischkenntnisse durchaus noch Spielraum nach oben. Allerdings soll dieses Video einige Jahre alt sein und Westerwelle hinzugelernt haben. Man muss jedoch kein Prophet sein, um zu ahnen, dass beides – das alte Video mit dem sich sichtlich und hörbar schwer tuenden Westerwelle und das neue mit seinem Auftritt bei der Pressekonferenz – miteinander verquickt werden wird. Verquickungen der ganz üblen Art lassen sich zudem erkennen, wenn man sich einmal ein paar Kommentare zu Westerwelles Pressekonferenz im Onlineangebot der Bild-Zeitung ansieht. »Wird in Moscheen, die sich auf deutschen Boden befinden, auch Deutsch gesprochen?«, heißt es da, oder: »In Deutschland hat man deutsch zu sprechen, noch dazu bei solchen Auftritten wie es hier der Fall war, wem das nicht gefällt, braucht nicht hierher zu kommen, fertig.« Oder: »Kein Haßprediger [sic] soll sich hinter seiner türkischen oder arabischen Sprache verstecken …«

Ebenfalls nicht klären lassen wird sich, ob der BBC-Reporter als Stein des Anstoßes tatsächlich kein Deutsch konnte, ob er eine Dolmetscherin an seiner Seite hatte, ob er Westerwelle nur auf den Zahn fühlen wollte und was sich die BBC im Zweifelsfalle dabei gedacht hat, einen Vertreter ohne Deutschkenntnisse auf diese PK zu schicken. Fakt ist lediglich, dass sich eine Dame erboten hat, Westerwelles Antwort zu übersetzen. Gewertet wird der Auftritt des FDP-Politikers allgemein jedenfalls höchst unterschiedlich. “Bild” stuft Westerwelles Reaktion erwartungsgemäß als “höflich” ein, der “Independent” sieht das naturgemäß anders und breitet als Retourkutsche genüsslich noch einmal Westerwelles Zeiten als “Spaßpolitiker” mit “Guidomobil” und Gastauftritten bei “Big Brother” aus. Kommentator Philip Hensher wiederum hält im selben Blatt dagegen: “Dr Westerwelle was perfectly within his rights to tick off the reporter.” In den diversen Übersetzer-Foren im Netz wurde der Auftritt des BBC-Reporters wahlweise als “höflich” oder “nassforsch” gewertet. Mit einiger Wahrscheinlichkeit wollte die BBC jedoch einfach nur einen O-Ton Westerwelles auf Englisch haben, der keiner weiteren Bearbeitung mit einem Begleitkommentar aus dem Off bedurfte. Ihr Pech war, dass auf der PK anscheinend sonst so wenig los war und so wenig gesagt wurde, dass eine Marginalie plötzlich Nachrichtenwert hatte. Denn völlig losgelöst von der kurzfristig alles überlagernden Episode mit dem BBC-Reporter sollen auch deutsche Journalisten ganz allgemein eine gewisse Inhaltsleere auf der bewussten Pressekonferenz moniert haben. Phoenix-Moderator Gerd-Joachim von Fallois wird mit den Worten zitiert: “Wir Journalisten sind ja nicht freiwillig hierher gelaufen, sondern von der FDP eingeladen worden. Wenn Herr Westerwelle aber keine Fragen beantworten will, hätte man sich das auch sparen können.”

Ein Ruhmesblatt war Guido Westerwelles Auftritt also ohnehin nicht unbedingt. Souverän wäre es von ihm gewesen, wenn er sich gegenüber dem BBC-Reporter gar nicht erst in Erklärungen und Rechtfertigungen des Kalibers “Dies ist Deutschland” ergangen hätte. Ein kurzes: “Ich würde es vorziehen, Ihre Frage auf Deutsch zu beantworten – haben Sie einen Dolmetscher dabei?” hätte es auch getan. Noch besser wäre es gewesen, er hätte sich vorab über die akkreditierten Journalisten informiert und entsprechend für Dolmetscher gesorgt. Dass er es am Tag darauf für nötig hielt, ungefragt darauf hinzuweisen, die Präsidiumssitzung der FDP habe “ausschließlich in deutscher Sprache” stattgefunden, macht die Sache auch nicht besser. Wer Westerwelle nicht mag und ohnehin noch nie mochte, stürzt sich jetzt auf diese Lappalie. Natürlich stünde es einem Außenminister in spe gut zu Gesicht, wenn er Englisch sprechen könnte – und am besten natürlich auch noch Französisch, Spanisch, Arabisch, Russisch und Mandarin. Aber nicht vorhandene oder nur mittelprächtige Fremdsprachenkenntnisse machen Westerwelle im Umkehrschluss nicht zwangsläufig zu einer schlechten Besetzung für das Außenamt. Er sollte nur gegebenenfalls der Versuchung widerstehen, künftig mit Macht seine Englischkenntnisse unter Beweis stellen zu wollen. Für Sprachmittlung gibt es schließlich Dolmetscher(innen) und Übersetzer(innen), die etwas von ihrem Fach verstehen.

Dass sich einzelne Medien der angeblichen »Englischfalle« widmen würden, in die Westerwelle getappt sein soll, obwohl er ja gar nicht Englisch gesprochen hat, war eigentlich auch vorher schon klar. Der Grund dafür ist ein ganz einfacher: Es ist so herrlich trivial. Man muss dafür praktisch nichts recherchieren, man muss niemanden interviewen, man muss keine Ortstermine wahrnehmen. Man muss einfach nur die im kollektiven Gedächtnis verankerten alten Anekdoten von Helmut Kohls angeblichem “You can say you to me” (das er nie gesagt hat) und Heinrich Lübkes wörtlichen Übersetzungen (zu denen auch viel hinzugedichtet wurde) herauskramen. Gegenbeispiele fallen dabei gemeinhin unter den Tisch. Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog hat einst seinen Sprachmittler mitten im Einsatz von seinen Aufgaben entbunden, weil er merkte, dass dieser Mumpitz dolmetschte. Satt dessen werden die Sprach-Histörchen gern mal mit einer Prise Europa-Skeptizismus garniert. Englisch habe Deutsch in der EU den Rang abgelaufen, heißt es da etwa, und die “Bild” stellt gar die unhaltbare Behauptung auf: “Hierzulande wird immer mehr Englisch statt Deutsch gesprochen”. Tatsächlich rangierte Deutsch als Arbeitssprache in der Europäischen Union noch nie vor Englisch und Französisch, übersetzt und gedolmetscht hingegen wird jede Amtssprache der Mitgliedstaaten immer gleichberechtigt. Dennoch wurden durch die Berichterstattung über Westerwelles Pressekonferenz letztlich nur hüben wie drüben Ressentiments geschürt. Insofern ist es gut, dass sich der Sturm im Wasserglas schnell wieder gelegt hat.

guido-westerwelle-lost-in-translationIch selbst habe mal einen Artikel über den “Starr Report” zur Lewinsky-Affäre um Bill Clinton geschrieben. Zur Erinnerung: Der Untersuchungsbericht war knapp 450 Seiten stark und doch binnen weniger Tage in gleich mehrere Sprachen “übersetzt”, weil er durch eine Maschine gejagt worden war. Entsprechend belustigend waren die Ergebnisse. Da der Bericht öffentlich war, konnte ich problemlos vom heimischen Schreibtisch aus ein paar besonders anschauliche Stellen kopieren und einen kleinen Artikel darüber schreiben. Aber selbst im Studentenstädtchen Germersheim mit all seinen Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern hat das damals keinen Hund hinterm Ofen hervorgelockt. Auch jetzt, wage ich mal zu behaupten, wird das nicht anders sein, wenn es nicht pfiffig angepackt wird. Wie das aussehen könnte, hat Richard Schneider auf uepo.de vorgemacht. Eine weitere Möglichkeit wäre vielleicht, das Westerwelle-Video nach den ersten Passagen mit einem augenzwinkernd vorgetragenen Off-Text zu belegen (”Sparen Sie sich Diskussionen. Engagieren Sie Dolmetscher.”). Das bleibt haften, ist zeitgemäß und birgt zudem nicht die Gefahr, mit den Negativaspekten dieser Episode assoziiert zu werden.

Mario Nowak



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Guido Westerwelle kann Englisch

Guido Westerwelle weigert sich, in Deutschland für einen BBC-Reporter englisch zu sprechen und wird dafür natürlich wunderschön von allen Medien verrissen.

In einer der größeren deutschen Übersetzer-Mailinglists hat eine Kollegin einen Aufruf zur Leserbriefaktion “Guido spricht Deutsch” gestartet, die Kollegen gebeten “diese Chance für unseren Berufsstand zu nutzen” und selbst nachfolgenden Leserbrief an ein Lokalblatt gesendet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich kann Ihre Schelte nicht verstehen. Herr Westerwelle ist deutscher Muttersprachler und in der eigenen Muttersprache kann man sich nun mal am besten ausdrücken. Ich finde es richtig und gut, dass er darauf besteht, konsequent seine Muttersprache zu benutzen. Für die Übertragung des gesprochenen Wortes sind in dem Fall die qualifizierten Konferenz-Dolmetscher und -Dolmetscherinnen zuständig. Sie sind die Mittler zwischen den Sprachen und Kulturen und haben dafür eine langjährige Ausbildung durchlaufen. Herr Westerwelle kann sich auf seine Antworten konzentrieren und muss nicht auch noch überlegen, wie er das in einer für ihn fremden Sprache ausdrücken muss. Englischkenntnisse sind im täglichen Leben sicherlich von Vorteil. Aber im Geschäftsleben und in der Politik, wo es auf Inhalte und Genauigkeit ankommt, sollte man die Sprachmittlung doch lieber den Fachleuten überlassen!

Dass sein Englisch ganz passabel ist, beweist Guido Westerwelle auf Twitter – okay, die ein oder andere kleine Schwäche seiner englischen Diktion wird man feststellen, aber die hat er ja auch im Deutschen: “Es ist Deutschland hier.”



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Übersetzungen online verhökern

leginda Nach Tolingo (siehe hier), dem 2008 an den Start gegangenen, ersten deutschen Übersetzungsservice, bei dem die gesamte Auftragsabwicklung online abläuft, kommt jetzt Leginda.

Klingt zwar eher nach einer Damenbinde, ist aber ebenfalls ein mechanischer Übersetzungs-Türke*.

Die Website sieht auf den ersten Blick genauso aus, wird aber in den Ergebnislisten der Suchmaschinen kaum eine Chance gegen Tolingo haben, das schon von Anfang an ganz oben mitmischt, sich jede Menge Links von Universitäten und anderen Autoritäten verschafft hat… Links gekauft haben sie sicher nicht, ist ja verboten.

Ich habe gleich mal 100 Zeilen in das entsprechende Textfeld zur Berechnung des Preises kopiert: ca. 1,- Euro pro Zeile, das heißt zwischen 0,65 und 0,75 sollten dort zu holen sein.

Schnell anmelden, also!

* 1gramm.de: Aaron Koblin, The Sheep Market – Amazons Mechanischer Türke. Das digitale Weltproletariat.



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Nennen Sie uns Ihren Preis

Nennen Sie uns Ihren Preis und wir werden sicher irgendeinen Schwachkopf finden, der bereit ist, dafür zu arbeiten.

Auch nicht schlecht, die Idee des smarten, menschlichen Übersetzungsdienstleisters Tomedes, der seinen Kunden jetzt anbietet, selbst den Preis für eine bestellte Übersetzung zu nennen:

uebersetzung-preise

Und so geht’s:
Der Kunde sendet die zu übersetzenden Texte per Datei-Upload und erhält das beste Angebot.
Erscheint dieses ihm zu hoch, gibt Tomedes ihm die Möglichkeit, den Preis, den er für die Übersetzung zahlen möchte, selbst zu bestimmen.
Der Kunde bestellt die Übersetzung zu dem von ihm festgelegten Preis.
Daraufhin wird der Auftrag unter angeschlossenen Übersetzern und auf was weiß ich welchen Kanälen “versteigert” und geht an den Niedrigstbietenden.
In dem Fall, dass für den festgelegten Preis kein Übersetzer zu finden ist, wird der Kunde benachrichtigt. Ich wette aber, dass das noch nicht vorgekommen ist.

Via Riccardo Schiaffino



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Google-Abstrafung und Entfernung aus dem Google-Index

Letzte Woche habe ich eine nette Mail von Google Search Quality erhalten; dachte erst, da erlaubt sich wieder mal jemand einen Scherz, aber nein: War echt.

“Sehr geehrter Inhaber oder Webmaster von adatrad.com/blog,

Beim Indizieren Ihrer Webseiten mussten wir feststellen, dass auf einigen Ihrer Seiten Techniken angewendet werden, die nicht unseren Richtlinien für Webmaster entsprechen… Wir haben vorübergehend einige Ihrer Webseiten aus unseren Suchergebnissen ausgeschlossen, um die Qualität unserer Suchmaschine zu gewährleisten.”

Wie genau das vor sich geht weiß ich nicht, jedenfalls haben irgendwelche Schweinehunde meine header.php mit angesagten Pharmaprodukten vollgeknallt. Dass Google das nicht gefällt, ist verständlich. Schöner Schreck. Von über 250 Unterseiten waren nur noch 40 im Index: Die statischen Seiten der Domain, die Seiten also, über die uns unsere Kunden finden! Auch nett von Google, dass die nicht gleich die ganze Domain aus dem Index genommen haben. Dann wären wir nämlich erstmal wieder arbeitslos gewesen.

Auf der Website ist die im Quelltext versteckte Sauerei natürlich nicht sichtbar, deshalb kommt man auch von selbst gar nicht so schnell drauf; in den Suchergebnislisten sieht das so aus:

oh oh

Wie ich sehe, bin ich nicht der einzige: Entfernung aus dem Google-Index.

Ich hab das Zeug also wieder rausgelöscht und via Google Webmaster-Tools einen Reinclusion-Antrag gestellt. 3 Tage später war alles wieder okay. Bin beeindruckt!

Allerdings werde ich mich langsam wohl doch mal mit dem Thema Wordpress und Sicherheit beschäftigen müssen.



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Transit Satellite PE? Nein danke!

Transit Satellite PE ist ein Schlag ins Gesicht des Übersetzers, der nicht nur bestohlen, sondern total entmündigt wird.

Vor Kurzem habe ich nach längerer Zeit mal wieder eine technische Übersetzung angenommen, nach noch längerer Zeit von einer Agentur. Weiß auch nicht, welcher Teufel mich da geritten hat: Der Auftrag kam aus der Schweiz, sehr guter Preis, mehrere tausend Zeilen ohne Eile und ein Stoff, den ich im Schlaf runterschreiben kann. Dass die Übersetzung in Transit Satellite gefordert war, habe ich bei der Annahme des Auftrags zwischen Tür und Angel erstmal völlig übersehen; war mir dann aber auch egal. Ich kannte Transit Satellite vom Sehen, hatte, als die Software im Sommer 2001 auf den Markt kam, schon damit zu tun. Da allerdings nicht in meine Sprachrichtung. Alle Kollegen haben geflucht, aber da war es ja deren Problem; diesmal war es meins – und es war eins. Ich bin wirklich beeindruckt von der Geringschätzung, die die STAR Group der Arbeit des Übersetzers entgegenbringt.

Sofort nach der Installation habe ich mich darüber gewundert, dass dieses lausige Stück Software, bzw. die Version, mit der der Übersetzer zu tun hat, seit ihrem Erscheinen vor acht Jahren kein Stück weiterentwickelt wurde. Die Entwicklungsarbeit hat man offenbar allein auf die Hauptsoftware beschränkt.

Es gibt ein einziges für den Übersetzer brauchbares Keyboard Shortcut: [Alt+Einfg] um ein Segment als übersetzt zu markieren (wenn man ziemlich lange in dem auch seit acht Jahren nicht überarbeiteten Benutzerhandbuch ohne Suchfunktion (!) herumklickt, findet man noch acht weitere Shortcuts, von denen aber sechs ein Plus oder Minus der Zehnertastatur enthalten, die ein moderner Laptop natürlich gar nicht hat). Brauchbar ist jedenfalls nur das genannte [Alt+Einfg]. Insbesondere bei technischen Texten mit sehr kleinen Segmenten wird die Übersetzungsarbeit so zu einem einzigen schwachsinnigen Gerühre und Geklicke mit der Maus, da die geforderten Mausbewegungen auch noch so umständlich, wie eben möglich, angelegt sind.

Man kann ein Zieltextsegment z. B. nicht mit einem Klick komplett selektionieren, sondern muss den Cursor vor das erste Zeichen bringen und bei gedrückter linker Maustaste über den gesamten Text des Segments bis hinter das letzte Zeichen fahren, um den Ausgangstext, der auch im Zieltextsegment steht (?) löschen zu können.

Man schreibt also – das ist der schnellste Weg – im Zieltextsegment seine Übersetzung vor den Ausgangstext und lässt nach dem letzten Zeichen den rechten Zeigefinger auf der Entfernen-Taste ruhen, um den Ausgangstext von vorne nach hinten wegzusaugen, bis der Cursor vom abschließenden Tag gestoppt wird, worauf ein nerviges Klingeln hinweist. Nach dem nervigen Klingeln das Satzendezeichen setzen und per [Alt+Einfg] das Segment als übersetzt markieren und – wenigstens das automatisch – mit einem erneuten nervigen Klingeln in das nächste Segment springen.

Bereits vorübersetzter Text wird nicht im zu beschreibenden Zieltextsegment angeboten, sondern erscheint in einem Extrafenster. Statt einer schnellen Tastenkombination ist zum Übernehmen der Übersetzung auch hier die Maus gefordert und man muss per Rechtsklick in diesem Extrafenster das Kontextmenü aufrufen, um darin an die unterste Position zu fahren und “Accept Translation” anzuwählen.

Textformatierungen werden, auch wenn eine komplette Kapitelüberschrift fett ausgezeichnet ist, nur selten automatisch übernommen (wann und wann nicht, habe ich immer noch nicht begriffen), das heißt: Jedesmal den übersetzten Text nachträglich wie oben beschrieben umständlich selektionieren und dann hoch ins Menü, um auf das dicke B zu klicken.

Um abends das Projekt extern zu sichern (was ja bei Übersetzungen von einigen tausend Zeilen ganz empfehlenswert ist, falls der Rechner mal den Geist aufgibt), reicht es nicht aus, das Projekt zu exportieren und die exportierte Datei zu speichern, denn man kann sie nicht wieder importieren, das kann nur die Agentur! Also gibt’s nur eins: Im bei der Installation von Transit selbst angelegten Projektordner das betreffende Projekt aufsuchen, alle Projektdateien einpacken und auf den externen Datenträger oder ins Netz schieben. Wenn man dann auf einem zweiten Rechner ebenfalls Transit installiert und auch dort noch einmal das jungfräuliche Projekt empfängt, kann man die eingepackten Projektdateien über die dort angelegten kopieren, was auch der einzige Weg ist ein Projekt oder Teile eines Projekts an einen Kollegen weiterzugeben.

Auf www.dreckstool.de kann man dieser Schweinerei seine Stimme geben.

Es scheint zwar Möglichkeiten zu geben, dem Schwachsinn Grenzen zu setzen – der ukrainische Kollege Arkady Vysotsky hat ein Makro entwickelt, das es ermöglicht, Transit-Dateien in ein Trados-kompatibles Format umzuwandeln [Download: PlusToyz.zip] – das Beste ist aber sicher, den Müll einfach zu boykottieren, nur – und das kennen wir ja – wenn einer Nein sagt, stehen gleich zehn andere da und schreien Ja.

Übrigens: Mit Sven Baders Mausometer könnt Ihr messen, wieviele Kilometer Eure Maus für eine Transit Satellite-Übersetzung zurückgelegt hat:
www.svenbader.de/…

Und wusstet Ihr, dass es beheizte Mäuse gibt? Gibt es:
www.comfortable-computing.com/…



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Schlechte Übersetzungen bei Hardware und Spielen

PC Games Hardware sucht die besten Übersetzungsfehler aus Handbüchern und Softwaremenüs von Hardware und Spielen.

Übersetzungsfehler bei PC-SpielenIch selbst bin kein Zocker, habe, obwohl ich seit den frühen 80ern am Rechner sitze, außer ein paar Runden “Prince of Persia” und dem seinerzeit gängigsten Atari-Zeugs, nie gespielt, aber ich kann mir vorstellen, was den Aktiven da teilweise unterkommt.

Bei PC Games Hardware kann man sich durch ein paar lustige Beipiele klicken, in denen “memory clock” und “chip clock” zu Speicher- und Mechanismus-Uhrzeit werden, “Invert Left Stick” mit “Tauschen gelassener Stock” und “Disabled” mit “untauglich” übersetzt wurde.

Prince of Persia kann man inzwischen übrigens auch online spielen: Prince of Persia Flashgame. Übersetzungsfehler sind dabei nicht zu befürchten.




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… für einen anderen Übersetzer entschieden.

Habe mich hier ja kürzlich schon über das gewundert, was die Kollegen so in Sachen Preisentwicklung/Preispolitik zum Besten geben. In einer der größeren deutschen Übersetzer-Mailinglists, in der das Thema letztes Jahr diskutiert wurde, erklärte mir ein aufgebrachter Kollege, dass das Gefasel vom Preisverfall blanker Unsinn sei und die Busfahrkarten ja auch nicht billiger würden.

Prost, Herr Kollege! Ich bin nicht verbeamtet, fliege aber für 20,- Euro zwischen Deutschland und Rom hin und her. (Können Sie mir folgen? Von der Busfahrkarte zum Flugticket?)

Und weil ich eben nicht verbeamtet bin, landen immer öfter Nachrichten, wie die nachfolgend zitierten, in meiner Mailbox. Heute gleich zweimal:

Antwort auf ein Angebot für die Übersetzung einer Broschüre aus dem Deutschen ins Italienische, Tourismus, Deutschland – 1,50 Euro/Normzeile (55 Zeichen)

Vielen Dank für die zügige Bearbeitung meines Wunsches!

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ein Konkurrent ein wesentlich günstigeres Angebot gemacht hat.

Antwort auf ein Angebot für die Übersetzung einer Produktpräsentation aus dem Deutschen ins Italienische, Chemische Industrie, Schweiz – 1,70 Euro/Normzeile (55 Zeichen)

Guten Tag,

besten Dank für die Zustellung Ihres Angebotes. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns aus Preisgründen für einen anderen Übersetzer entschieden haben. Werde Sie jedoch gerne bei einem anderen Projekt wieder anfragen.

Für Ihr Verständnis danke ich Ihnen und grüsse Sie freundlich.

Naja, was soll’s. In der Regel hab ich sowieso was besseres zu tun, als zu arbeiten: Follow me on Twitter!



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Übersetzer gesucht

Heute hat sich eine Agentur in unserem Übersetzerverzeichnis vorgestellt, die mit einem Zeilenpreis ab 0,25 Euro wirbt. Der Eintrag ist so lustig, dass ich ihn genehmigt habe.

Übrigens, die suchen noch Freelancer. Vielleicht ist ja jemand interessiert, allerdings – und das betonen sie ausdrücklich – sie verlangen viel von ihren Übersetzern.

Prost!

Preise



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