Anfang Dezember haben wir hier eine kleine Umfrage im Zusammenhang mit aufgrund der Finanzkrise unter dem Vorwand der Finanzkrise um Preisermäßigungen bittenden Agenturen veranstaltet. Die gleiche Umfrage haben wir auch in unserem italienischen Übersetzerforum durchgeführt.
Die Teilnahme war zwar ziemlich zurückhaltend – insgesamt wurden 170 Stimmen abgegeben (obwohl die entsprechenden Unterseiten über 2000 mal besucht wurden; komisch, wär doch nur ein Klick gewesen) – die Haltung der Kollegen, sowohl in Deutschland, als auch in Italien, ist jedoch eindeutig.
96% sagten “Nein, ich bleibe bei meinen Preisen”, nur 4% wären bereit, der Agentur entgegen zu kommen.
Wir haben den Agenturen, die sich mit der Bitte 2009 einen geringeren Zeilenpreis zu akzeptieren an uns gewandt haben, abgesagt. Der Grund: Weil wir es uns leisten können.
Wir wissen aber auch, dass die große Mehrheit insbesondere der jüngeren Kollegen, deren Bewerbungen jeden Tag in unserer Mailbox landen, sich das absolut nicht leisten kann und nicht leisten wird. Ich gehe davon aus, dass sich bei dieser Umfrage und in den Kommentaren dazu nur diejenigen zu Wort gemeldet haben, die es sich ebenfalls leisten können.
Eine andere Erklärung habe ich für das Umfrageergebnis angesichts der Marktentwicklung in den letzten 2 Jahren nicht. Man muss sich ja nur mal mit für das eigene Angebot relevanten Suchphrasen umtun und die geschalteten AdWords-Kampagnen ansehen…
2008 haben wir von direkten (Neu-)Kunden aus Deutschland, der Schweiz, Österreich (Aufträge aus Italien kommen für uns schon seit einigen Jahren nicht mehr in Frage), nur ca. 20% der Aufträge erhalten, für die ein Angebot angefordert wurde. 2007 waren es noch 40%. Sicher ist diese Entwicklung insbesondere in unserem Bereich (technische Dokumentationen) besonders ausgeprägt, in dem viele Aufträge von mittelständischen und inzwischen sogar kleinen Unternehmen kommen, die auf den europäischen Markt drängen, denn für einen kleinen Software- oder Gerätehersteller, der in Italien verkaufen will, ist es natürlich ein Unterschied, ob er die allfälligen Übersetzungen seiner Dokumentationen ins Italienische für 5.000 oder für 4.000 Euro erhält.
Wir sind der Auffassung, dass man die gegenwärtige Entwicklung nicht einfach ignorieren kann und haben uns entschieden, unsere Preise für Agenturen 2009 nicht zu erhöhen. Vereinbarte Agenturpreise zu senken kommt für uns nicht in Frage.
Bei direkten Kunden verhält es sich anders, jeder direkte Kunde ist ein Einzelfall, da kann man immer reden. Wer um Entgegenkommen bittet, ist meist auch selbst bereit, entgegen zu kommen und wenn man ein besser vorbereitetes Originaldokument, eine Zahlungsfrist von 10 Tagen und eine Anzahlung aushandeln kann, kann man sich natürlich bewegen, außerdem: Man macht sich Freunde; die meisten kommen wieder und eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem direkten Kunden ist was wert.
Weiterführende Links:
globalwatchtower.com: Economic Crisis? Some LSPs Ask “What Crisis?”
aldrige.de: Feeling the economy
In den letzten Wochen sind uns mehrfach Schreiben, wie das nachfolgend zitierte von österreichischen und deutschen Übersetzungsagenturen, für die wir mehr oder weniger regelmäßig arbeiten, zugegangen.
Was sagen wir dazu? Sind unentschlossen, tendieren aber zum Nein.
Dear Partners,
As you may know, the financial crisis has left its mark on us as well.
Our customers are constantly asking for lower prices. Therefore the margins for buying and selling are very tight.
As we need to stay competitive in the future, we would like to arrange new purchase prices for translations with you and change them starting in January 2009.
So far we had an agreed purchase price of € 0,85 with you. We would like to ask you to reduce your price by € 0,05 which would be a total of € 0,80.
Kindly advise us if we will be able to arrange a new price agreement with you.
Many thanks and kind regards.
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Guerilla-Marketing bezeichnet die Wahl ungewöhnlicher Aktionen im Marketing, die mit untypisch geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung erzielen sollen. [Wikipedia]
Auf dem Kassenbon meiner bevorzugten Bar am Lungo Mare von Ostia, Rom, steht nicht mehr “Arrivederci e Grazie” unten drunter, sondern die Adresse meines Independent Music Portals 2loud.eu (in italienischer Sprache*).

* Auch, wer italienisch nicht so gut liest, findet auf 2loud.eu jede Menge Namen, Daten, Musik und Videos, auf die jemand, der sich nicht mehr oder weniger intensiv mit Musik (independent Pop) beschäftigt, sicher nicht so ohne weiteres kommt, wie z. B. die Videos von:
Klickt mal rein, lohnt sich!
Als Linkbaiting bezeichnet man Aktionen, die andere dazu bringen, einen Link auf die eigene Seite zu setzen, das “Ködern” von eingehenden natürlichen Links.
Das geschieht meist durch das Erstellen von Inhalten, die den Besucher der Seite animieren, diese zu verlinken und andere auf diese Inhalte hinzuweisen. Am besten gehts wohl, indem man einen nützlichen Service, ein Tool, einen Workshop, usw. online stellt. Auch mit kontroversen Artikeln kann es klappen.
Ein Beispiel für einen glatt verunglückten, völlig dilettantischen Linkbaiting-Versuch habe ich vor kurzem selbst produziert. Wollte mal sehen, was passiert. Hab ich gesehen: Auf die Tour gar nichts! Muss ich mir mal was besseres einfallen lassen. Ein Wochenende in Rom scheint nichts mehr wert zu sein. Da können die SEO-Prinzen nur müde lächeln.
Besser gemacht hat es Andreas Kellerhals von internet4you.ch. Er hat 5 T-Shirts mit dem Aufdruck “SEO is not a crime – you spammer” unter denen verlost, die einen Link auf eine genannte Adresse setzen.
Eins davon habe ich gewonnen. Soeben mit der Post gekommen. Hier das gerade geschossene Foto als Beweis:

Prost!
Ich würde mich freuen und bin da sicher nicht der einzige, wenn Contaxe sich etablieren könnte, aber ich gehöre nicht zu denen, die dabei in dieser schwierigen Anfangsphase helfen können.
Ich habe hier vor 10 Tagen schon ein Beispiel für die kontextsensitive Werbung mit Contaxe gemacht:
Das Contaxe Text-Highlighting-Script findet 3 x das Adjektiv “liebe” im Text. Wenn man mit der Maus drüber fährt, öffnet sich ein Werbepopup einer Single-Community.

Jetzt kommen die von Daten auf Dating – “Anmelden und verlieben”:

Das geht nicht – und 0.04 Euro/1000 Seitenaufrufe geht natürlich erst recht nicht.
Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass gerade das Text-Highlighting zu dieser Seite einfach nicht passt, habe ich also wieder raus genommen, werde aber meinen Contaxe-Account behalten und es in nächster Zeit vereinzelt mit dem klassischen Anzeigenformat versuchen.
Seit ein paar Wochen ist der Schweizer Anbieter Contaxe aktiv.
Ich habe mich probeweise auch mal angemeldet und ein Text-Highlighting-Script eingebaut.
Beim Text-Highlighting werden statische Wörter einer Seite mit einem Link hinterlegt. Fährt ein Besucher mit der Maus über den Link, öffnet sich ein kleines Popupfenster mit Werbeinformationen innerhalb der Seite. Sowohl der Link hinter dem Wort als auch ein Klick in die Popupbox führen zur Zielseite.
Und so siehts in der Praxis aus:

Das Script findet 3 x das Adjektiv “liebe” im Text. Wenn man mit der Maus drüber fährt, öffnet sich ein Werbepopup einer Single-Community. Sehr kontextsensitiv. Liegt sicher daran, dass es in dieser Anfangsphase noch ziemlich wenig Inserenten gibt.
Mal sehen, was dabei rauskommt.

Long-Tail ist eine Theorie, des US-amerikanischen Journalisten Chris Anderson, nach der Anbieter im Internet mit einer großen Anzahl an Nischenprodukten Gewinn machen können.
In einem Geschäft belegt jede Ware einen bestimmten Platz. Der Platz ist begrenzt, kostet Geld, muss also mit absatzstarken Produkten besetzt werden. Für Ladenhüter ist da kein Platz. Im Netz sieht das anders aus: Ein Online-Shop kann Tausende von Nischenprodukten anbieten, ohne sich dabei um die Ladenmiete sorgen zu müssen.
Die Vektorgrafik zeigt die Bestseller grün, die Ladenhüter gelb. Das Gelbe ist der Long Tail. Auf der Y-Achse die Anzahl der Verkäufe, auf der X-Achse die Produkte in der Reihenfolge ihrer Verkaufsstatistik.
Auf Suchbegriffe und Suchphrasen übertragen heißt das: Wir verkaufen unser Produkt 100 mal über unseren Keyword-Bestseller Übersetzung, während der 6-Wort-Ladenhüter Übersetzung Handelsvertretervertrag deutsch ins Italienische eilig in der gleichen Zeit nur einmal über den Tisch geht, aber die Anzahl der Ladenhüter im Lager ist theoretisch unendlich. Einzelbegriffe für sich allein gesehen bringen sicher den meisten Traffic. Die Masse aber wird über Mehr-Wort-Kombinationen definiert.
20 bis 25 Prozent der täglich an Google gerichteten Suchanfragen, sind Formulierungen, mit denen vorher noch nie gesucht wurde. [Quelle]
Zum Effekt der Masse kommt, wie Mario Fischer im Kommentar zum hier veröffentlichten Artikel Keyword-Recherche anmerkt, dass der potenzielle Kunde, der seinen Bedarf präzise in einer 4-Wort-Suchanfrage formuliert, meist ein “potenziellerer” Kunde mit einer größeren “Kaufbereitschaft” ist, als jemand der mit nur einem Wort sucht.
Raum schaffen, Content schaffen, texten. Auch wenn wir für unsere Keywords keine Ladenmiete bezahlen müssen, der Platz, an dem wir sie ablegen können, muss geschaffen werden. Brauchbare Long Tail Suchphrasen entstehen beim Texten wie von selbst. Ein Übersetzer könnte z. B. anstatt seine Fachgebiete und Qualifikationen und die verschiedenen von ihm bearbeiteten Texttypen in einer Liste aufzuzählen, kurze Artikel verfassen, in denen Texttyp und Fachgebiet neben den Hauptkeywords in fließendem Text erscheinen, am besten auf einzelnen Unterseiten, auf denen Suchmaschinennutzer landen können:
Bei der deutsch italienisch Übersetzung der Betriebsanleitung, Wartungsanleitung einer Steinspaltanlage sind insbesondere die Sicherheitshinweise mit großer Sorgfalt zu bearbeiten.
Anmerkungen zu Keywords
Inzwischen hat so ziemlich jeder, der eine Webseite betreibt mitbekommen, dass der Erfolg einer Seite bei den Suchmaschinen, insbesondere bei Google, wesentlich von der Anzahl und Qualität der von anderen Webseiten auf diese Seite verweisenden Links abhängt.
Das Tauschen von themenrelevanten Textlinks und die Pflege von Linkpartnerschaften gehören zur Betreuung einer Webseite seit langem dazu. In zahlreichen Linktauschbörsen und Linktauschforen finden sich tauschwillige Seitenbetreiber, um ihre Deals abzusprechen. Und natürlich ist daraus schnell ein Business geworden. Mit dem Verkauf und der Vermietung von Links lässt sich einiges verdienen und wer fleissig sammelt und viele Unterseiten zur Verfügung hat, kann selbst mit der Vergabe von PR4- und 5-Links so ganz nebenher ein ansehnliches (natürlich unversteuertes) Nebeneinkommen erzielen.
In einer Übersetzer-Mailinglist machte kürzlich ein Kollege darauf aufmerksam, dass das Übersetzerportal als News getarnte Pressemitteilungen veröffentlicht. Stimmt! Und da die neuesten News des Übersetzerportals traditionell auf der Startseite stehen und offenbar nicht mehr aktualisiert werden, finden wir dort seit dem 23.04.07 den als News herausgegebenen Werbetext eines expandierenden Übersetzungsunternehmens mit zahlreichen deutschen Filialen, natürlich mit einem sauberen Link mittendrin. Dabei geht es natürlich nicht darum, dass jemand diese Pressemeldung liest, den Link klickt und Kunde dieses Unternehmens wird. Das hat seitdem der Link online ist ziemlich sicher keiner getan.
Der Wert dieses Links kommt anders zustande. Er wird von Google als Empfehlung einer sogenannten “authority” – die das Übersetzerportal ja inzwischen ist – für diese Seite gewertet. Und so eine Empfehlung bedeutet für Google: An der Seite muss was dran sein. Also hoch damit in den Ergebnislisten. Und für so einen Link mit jeder Menge themenrelevantem Text drumrum auf der Startseite eines starken Portals wird heute richtig Kohle auf den Tisch gelegt. Ich werde hier natürlich nicht behaupten, dass das Übersetzerportal sich diesen Link bezahlen lässt. Fest steht, dass die für so einen Link gehandelten Mietpreise weitaus höher sind, als die für die zahlreichen Werbebanner auf der Startseite des Übersetzerportals.
Da stehen natürlich die Chancengleichheit und die Freiheit auf dem Spiel, wenn man sich die Linkpopularität einfach kaufen kann. Keine Frage, dass beide früher oder später sowieso verkauft werden, aber die Qualität der Suchergebnisse leidet erheblich und so hat Google inzwischen reagiert, arbeitet an der Entwicklung von Algorithmen, die Paid Links erkennen und ruft zum Denunzieren ruft dazu auf, Seiten, die offensichtlich Links verkaufen per Spamreport zu melden:
Sign in to Google’s webmaster console and use the authenticated spam report form, then include the word “paidlink” (all one word) in the text area of the spam report.
![]()
Die Google Webmaster Zentrale bloggt:
Wenn sich also einmal die Vermutung aufdrängt, daß das Ranking eines Suchergebnisses nicht durch Contentarbeit oder legitime SEO verdient wurde, dann ist das die perfekte Gelegenheit für einen Spam Report. Denn jeder einzelne Spam Report unterstützt uns beim kontinuierlichen Optimieren unserer Suchalgorithmen.
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Nachdem ich kürzlich eine Kommentarfunktion für dieses Blog aktiviert habe und vor ein paar Tagen den Spam löschen wollte, der sich sofort angesammelt hat, hätte ich fast einen Kommentar von Prof. Dr. Mario Fischer mitgelöscht, dessen Buch Website Boosting maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ich mich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung überhaupt näher beschäftigt habe. Das Buch kostet momentan 30,- Euro. Eine Investition, die sich für Freelancer im Netz schnell hundertfach, tausendfach bezahlt machen kann. |