Übersetzungen für Privatkunden? Gerne!

In schöner Regelmäßigkeit landen Anfragen wie diese in unserer Mailbox:

Hallo, ich habe einen Brief, den ich gern vom Deutschen ins Italienische übersetzen lassen würde. Der Text umfasst inkl. Anrede und Grußformel 20 Zeilen. Könnten Sie mir bitte schnellstmöglich einen Preis für die Übersetzung nennen? Lieben Dank und viele Grüße …

Viele Kollegen wollen mit derartigen Aufträgen nichts zu tun haben. Ich nehm sie gerne. Alles eine Frage der Handhabung: Klick auf “Reply” und “Send” nach Einkopieren der nachstehenden Standardantwort = 30 Sekunden.

Unsere Minimumpauschale beträgt 50,- Euro. Allerdings würden wir Ihnen empfehlen, sich bei einem derart kleinen Rechnungsbetrag an eine örtliche Übersetzungsagentur zu wenden. Wir müssten Sie um Vorkasse bitten. Rechnung senden wir zusammen mit der Übersetzung.
Bankverbindung, Ust-ID und freundliche Grüße …

In fast 50% der Fälle ist drei Tage später das Geld auf dem Konto. Was dann noch zu tun bleibt, ist meist auch in 15 Minuten erledigt. Das sind nicht selten bis zu 500,- Euro/Monat für 2- 3 Stunden Arbeit!

Okay, wer die nicht haben will …



Übersetzungen Preise reloaded

Ich hab mal irgendwo gehört, dass auch die Nachfrage den Preis bestimmt. Wenn ich manche Beiträge zum momentan vieldiskutierten Preisverfall in der Übersetzerbranche in einer der größeren deutschen Übersetzer-Mailinglisten lese, scheint das ja völliger Quatsch zu sein.

Ob man mit der Tatsache, dass die Gelder momentan nicht mehr so fließen, wie noch vor zwei Jahren konfrontiert wird oder nicht, hängt natürlich auch davon ab, in welchem Bereich man arbeitet. Bei uns (technische Übersetzungen für vorwiegend deutsche Firmenkunden) ist es jedenfalls seit ca. 1 1/2 Jahren massiv spürbar und ich denke, auch nicht direkt Betroffene haben irgendwie mitgekriegt, dass so einige deutsche, insbesondere mittelständische Unternehmen in echte Schwierigkeiten geraten sind und nicht jeden Preis für die allfälligen Übersetzungen ihrer technischen Dokumentationen bezahlen können.

Ich weiß nicht, wie es im Umgang mit Agenturen ist, aber bei direkten Kunden, kann man schon eine Menge machen, ohne sich unter Wert zu verkaufen:

Vor ein paar Wochen habe ich eine vielversprechende Anfrage einer deutschen Firma erhalten, PDF-Datei, ca. 3500 Normzeilen, technische Dokumentationen mit allem drum und dran. Auf mein Angebot erhielt ich die Antwort: „Das ist viel zu teuer!“
Man konnte irgendwie aus der Mail herauslesen, dass der Mann angesichts des Preises wirklich schockiert war. Ich habe natürlich sofort zurückgeschrieben, dass ein professioneller Übersetzer, geschweige denn eine Agentur, an die man im Netz nach Übersetzungsdienstleistern suchend ja meistens gerät, unseren Preis sicher nicht wesentlich unterbieten kann und ihm vorgeschlagen, die Texte zu kürzen.
Hat er gemacht; von den 3.500 Zeilen PDF sind noch 1.600 Zeilen MSWord übriggeblieben. Der für den Kunden dafür akzeptable Zeilenpreis lag dabei noch über dem für die ursprünglichen 3.500 Zeilen angesetzten und am Ende waren alle zufrieden.



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Übersetzungsauftrag: Zuschlag für den Niedrigstbietenden

Das Versteigern von Übersetzungsaufträgen scheint der ganz neue Dreh zu sein.

Für 18 Euro wird die gerade aktuelle Übersetzung eines Pressetextes aus dem Deutschen ins Englische angeboten.
versteigern

Macht’s einer für 17 Euro? Dann schnell zu MyHammer.

“Der Text kommt aus der Musikrichtung.”



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Kundenakquise: Tipps für Übersetzer

5 Akquise-Tipps aus dem letzten Jahrhundert gibt es bei moovoom.com.

5 Steady Methods To Find Translation Jobs:

  1. Kauf Dir eine Translation Agency Database mit den Adressen von Übersetzungsagenturen.
  2. Sieh Dir die auf Websites wie Elance.com ausgeschriebenen Übersetzungsaufträge an.
  3. Inserier in den Gelben Seiten.
  4. Setz Dich mit den örtlichen Handelsverbänden in Verbindung.
  5. Setz Dich mit den Auslands- und Kulturbehörden der Länder Deiner Arbeitssprachen in Verbindung.

Einen für dieses Jahrhundert leg ich noch drauf: Bau Dir eine suchmaschinentaugliche Website oder lass sie Dir bauen und warte am Strand auf Deine Kunden (oder im Garten) (oder in der Bar) (oder bei Twitter).



Warnung vor Billiganbietern

In den letzten Monaten habe ich geschätzte 30 Angebote erstellt, teilweise auch mit dem potentiellen Auftraggeber telefoniert, und dann den Auftrag aus offensichtlichen Gründen nicht erhalten. Jetzt habe ich mir eine schöne Antwort für solche Fälle einfallen lassen (siehe unten), die vor ein paar Tagen erstmalig zum Erfolg geführt hat.


Sehr geehrte Damen und Herren,

wie mit Ihnen heute schon telefonisch besprochen, sende ich Ihnen in der Anlage eine MSWord-Datei mit der Bitte, mir Ihren Kostenpunkt für die Übersetzung ins Italienische mitzuteilen.

Für Ihre Mühe im voraus vielen Dank.


Guten Tag Herr …,

Die Datei “italienisch.doc” enthält 140 Normzeilen (1 Normzeile = 55 Zeichen), deren Übersetzung ins Italienische wir Ihnen für 210,- Euro anbieten können. Lieferung innerhalb von 3 – 4 Arbeitstagen ab Auftragserteilung.

Freundliche Grüße
D. N.


Sehr geehrter Herr N.,

Vielen Dank für die schnelle Antwort, aber der Preis ist mir leider zu hoch.

Grüße


Sehr geehrter Herr …

dafür haben wir natürlich Verständnis.

Für den Fall, dass Sie Ihren Text einem der zahlreichen, momentan auf den Markt drängenden Billiganbieter anvertrauen und von einer italienischen Hausfrau mit deutschem Ehemann oder einem Schüler übersetzen lassen:
Für das Lektorat, Korrektorat des Ergebnisses werden üblicherweise 40 – 60% des normalen Zeilenpreises berechnet. Allerdings ist in den meisten Fällen die Anfertigung einer neuen Übersetzung der bessere Weg.

Freundliche Grüße
D. N.


Sehr geehrter Herr N.,

vielen Dank für die Info. Ich möchte Ihnen den Auftrag doch erteilen und sende Ihnen anliegend die um einige Zeilen ergänzte Datei mit der Bitte um Übersetzung gem. Angebot.

Mit freundlichen Grüßen



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Umfrage: Entwicklung des Geschäftsjahres 2008

Downturn, Upturn oder Status Quo fragt Global Watchtower.

277 freiberufliche Übersetzer weltweit wurden zum Verlauf des vierten Quartals 2008 befragt. Für 3/4 der Teilnehmer ist das Quartal trotz allgemeiner Krise “gut” oder “zufriedenstellend” verlaufen; eine “große Anzahl” räumte allerdings ein, sich hinsichtlich der Preise unter Druck zu fühlen. Trotzdem gaben mehr als 3/4 der Befragten an, ihre Preise im kommenden Quartal nicht senken zu wollen. Eine Zusammenfassung gibt’s auf der Global Watchtower Website. Registrieren, einloggen und die kostenlose Kopie des Umfrageergebnisses herunterladen.

Via Corinne McKay



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Ursachen der Finanzkrise als Video

Jonathan Jarvis, ein Student am Art Center College of Design in Pasadena, hat sich mit den Ursachen der Finanzkrise auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist ein sehenswertes Video.

The Crisis of Credit Visualized is a series of animated shorts that explains the economic crisis by giving it form [...] By giving graphic form to the credit crisis, it becomes comprehensible. Not only do economic activities take shape, but new relationships can emerge between these shapes.

via ognibeni.de



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Google Trends: Suchvolumen für bestimmte Suchbegriffe feststellen

Langsam verkommt mein kleines Blog hier zum Tagebuch eines Niedergangs.

Entwicklung des Suchvolumens 2008 für die Suchabfrage Übersetzung Deutsch Italienisch:
Trends Übersetzung Deutsch Italienisch

Google Trends liefert eindeutige Zahlen für die Entwicklung der für uns wichtigsten, von Suchmaschinennutzern am häufigsten verwendeten Suchabfrage Übersetzung Deutsch Italienisch: Das Suchvolumen (tägliche Suchabfragen) ist 2008 um fast die Hälfte zurückgegangen.

Das liegt in unserem Fall sicher auch daran, dass Italien gerade in kürzester Zeit restlos runtergewirtschaftet wird und sowieso nichts mehr kauft oder produziert – wir kaufen jetzt spanische Tomaten im italienischen Supermarkt – und sieht in anderen Sprachkombinationen besser aus. Seht’s Euch mal an. Google Trends kann auch in anderen Fragen manchmal ganz nützlich sein.




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Preise auf der Website nennen. Ja oder nein?

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn ich auf den Websites von Übersetzern lande, die statt die Preise für ihre Dienstleistung zu nennen, John Ruskin zitieren, oder dem Besucher die branchenüblichen Berechnungsgrundlagen erklären.

Wenn ich selbst ein Produkt oder eine Dienstleistung im Netz suche und ein Anbieter mir keinerlei Anhaltspunkt zur Einschätzung der Kosten, die auf mich zukommen liefert, dann geh ich zum nächsten, und zwar einigermäßen verärgert darüber, dass mir meine Zeit gestohlen wurde.

Normzeile 0,45 EuroIch habe daher immer meinen bestmöglichen Preis auf der Website angegeben (den für die Übersetzung von Korrespondenz und allgemeinen Texten) und wenn der Kontakt einmal hergestellt war, meist glaubhaft erklären können, warum die rechercheintensive Übersetzung eines technischen Fachtextes oder die publikationsreife Übersetzung einer Produktpräsentation dem Übersetzer etwas mehr abverlangt. Ich gebe zu, das ist ein bisschen auf dem Niveau dieser 33%-Gratis-Produkte, aber Marketing ist eben auch das und ein freiberuflicher Übersetzer ist nun mal ein Handwerker und Unternehmer und kein Literat.

Auch in den AdWords-Anzeigen, die ich seit Jahren genau beobachte, war es bislang verpönt, Preise zu nennen. Das ist offenbar vorbei. Seit ein paar Wochen bombardieren jetzt plötzlich die Billiganbieter (Agenturen!) die Werbeflächen mit nackten Zahlen, die erste ist meistens eine 4. Heute morgen habe ich drei übereinander in einer AdSense-Spalte gefunden.

Da kann ich einfach nicht mehr mithalten, das ist weniger als die Hälfte meines bestmöglichen Preises als Direktanbieter. Ich werd mir wohl einen Ehemann in besser verdienender Festanstellung zulegen müssen, wenn ich weiterhin übersetzen will. Will ich aber nicht, weder den Ehemann, noch unter den Bedingungen, die ich kommen sehe, weiterhin hauptberuflich übersetzen.



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Auftrags-Konversionsrate steigern

Konversionsrate bei Übersetzungsanfragen

Ich bin eigentlich nicht gerade fixiert auf das Thema Preise, Geld, usw., aber in letzter Zeit passiert in der Hinsicht doch so einiges, das mir zu denken gibt Pfeil Preiskampf in der Übersetzungsbranche; daher hier der vierte Beitrag in Folge zur Sache.

“Kundenbindungstelefonate” ;-)

Wenn ich eine Anfrage für eine Übersetzung (1000+ Normzeilen) erhalte, rufe ich sofort da an. Meist hat man es (in unserem Bereich: Technische Dokumentation) mit einem Produktmanager/Vertriebsleiter zu tun, der seine Bemühungen natürlich auch erfolgreich zu Ende bringen möchte und alles eine Etage höher erstmal absegnen lassen muss. Gemeinsame Ziele zu haben ist bekanntlich eine ziemlich gute Ausgangsbasis für echte Zusammenarbeit, und die beginnt man am besten am Telefon. Im persönlichen Gespräch kann man jemandem auch ganz gut klar machen, was er für sein Geld bekommt, dass es übel ausgehen kann, wenn man sich auf Billiganbieter einlässt, … und wenn der erstmal überzeugt ist, dann wird er auch in der Etage darüber entsprechende Überzeugungsarbeit leisten, bevor er sich nach Alternativangeboten umsieht. Wer einfach nur eine Zahl auf dem Tisch hat, der will, wenn sie ihm hoch erscheint, noch eine zweite und entscheidet sich ziemlich wahrscheinlich für die niedrigere.

Meine Standarderöffnung: “Ich möchte natürlich ein Angebot erstellen, dass für Sie auch annehmbar ist”. Mein Standardschlusssatz: “Okay, dann schicke ich Ihnen das mal so, ich hab’s schon vorbereitet, muss nur noch auf ‘Senden’ klicken. Bis dann.”

Meine Konversionrate ist, seitdem ich es auf die Tour angehe, dramatisch gestiegen :-)



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