Das Versteigern von Übersetzungsaufträgen scheint der ganz neue Dreh zu sein.
Für 18 Euro wird die gerade aktuelle Übersetzung eines Pressetextes aus dem Deutschen ins Englische angeboten.

Macht’s einer für 17 Euro? Dann schnell zu MyHammer.
“Der Text kommt aus der Musikrichtung.”
Aus einem Interview mit dem Geschäftsführer einer erfolgreichen deutschen Synchronfirma auf jetzt.sueddeutsche.de.
“Der letzte Film, bei dem es in der öffentlichen Diskussion auffällig viel um die Synchronisation ging, war „Willkommen bei den Sch’tis“. Ist die Synchronisation darin Ihrer Meinung nach gelungen?
Und ob! Die Übersetzung dafür hat Beate Klöckner übernommen, die dieses Jahr völlig zu Recht mit dem deutschen Synchronpreis ausgezeichnet wurde. Sie hat eine komplett neue Sprache erfunden, und damit jeden einzelnen Witz aus dem Original auch in die deutsche Fassung hinübergerettet. Gerade Humor bedarf ja oft nicht nur einer sprachlichen, sondern auch einer kulturell-angepassten Übersetzung. Ohne diese phänomenale Synchronisation wäre ein Film wie „Willkommen bei den Scht’is“ nie in die deutschen Kinos gekommen, geschweige denn so erfolgreich gewesen.”
“Willkommen bei den Scht’is”, Trailer
Bei Focus online gibt es einen faszinierend dämlichen, gefakten Einstellungstest. Es geht dabei angeblich ums Sprachverständnis. In Wirklichkeit steckt ganz was anderes dahinter. Der “Test” ist eine klassische Klickstrecke, bei der es um nichts anderes geht, als darum, künstlich möglichst viele Seitenaufrufe zu generieren und so die Werbepreise in die Höhe zu treiben.
Optimiert ist der niveaulose Blödsinn, der dafür herhalten muss, für die einträgliche Suchabfrage Bewerbung Einstellungstest, für die wir focus.de natürlich gleich auf den ersten Plätzen unter 250.000 Konkurrenzseiten finden. Was schätzt Ihr denn so, wieviele Seitenaufrufe (jeder Klick ist einer), die damit generieren? Und wieviel bringt ihnen das ein?
Egal jetzt, ich mich also zuversichtlich ans Klicken gemacht und die ersten drei Hürden auch souverän überwunden:

Haare – Kopf, Dach – Haus
Vogel – fliegen, Hund – laufen
Garten – Zaun, Schloss – Mauer
Insgesamt 27 Fragen, um ganz durchzukommen muss man 54 (!) mal klicken. Die wären ja auch blöd, wenn sie nach jedem Klick auf “weiter” sofort die nächste Frage servieren würden. Da wird natürlich immer noch einer zwischen geschaltet.
Bei der vierten Frage bin ich dann aber schon gestolpert:
Schule – Graffiti, Kaufhaus – ???
Zur Auswahl standen Diebstahl, Detektiv, Werbung und Kamera. Da habe ich eine zeitlang ziemlich ratlos draufgestiert und mich dann für Werbung entschieden. Falsch!

Diebstahl!
Prost, Ihr Pappnasen! Mit Sprachverständnis hat das, was man im Kopf haben muss, um vom Graffito an der Schulhofmauer zum Kaufhausdiebstahl zu kommen, rein gar nichts zu tun, aber das lass’ ich jetzt mal unkommentiert. Ich mag übrigens Graffitis.
Jetzt muss mir nur noch einer damit kommen, dass Graffitis ohne “s” geschrieben werden, dann fang’ ich wirklich an, an mir und meiner sprachlichen Intelligenz zu zweifeln.

U-Bahn in Rom, Foto Wikipedia
Wer in den 60er und 70er Jahren groß geworden ist, kann die Wimmelbilder und Wimmelbilderbücher von Ali Mitgutsch nicht nicht kennen.
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An einem Wimmelbild der besonderen Art arbeitet Howard Hallis seit 1996. 2010 soll es fertig werden: The Picture Of Everything. Übersetzer, die gerade nichts zu tun haben (weil potentielle Kunden ihre Webseiten nicht finden können) können sich da ja mal umsehen, aber Vorsicht: Nicht versacken!
Ihr habt Euch doch sicher alle schon mal bei Welt-Online durch eine Madonna-Bildstrecke geklickt, oder?
Diese Bildstrecken Klickstrecken sind echt eine nette Erfindung. Mit Usability haben die nämlich ziemlich wenig am Hut; vielmehr geht es darum, künstlich möglichst viele Page-Impressions zu generieren und so die Werbepreise in die Höhe zu treiben.
Sehr beliebt sind auch Klickstrecken mit falschen Übersetzungen. Die finden wir alle paar Wochen irgendwo. Gestern mal wieder bei Welt-Online: Die schönsten Sprachpannen des Sommers 2008 = 12 Klicks. Prost!
Auch heute noch mal ein ganz Kurzer. Aus der Reihe Korrekte Adjektive:
“Über Rechtschreibung zu diskutieren ist genauso unzivilisiert wie frühmorgens aufstehen oder die Schwerkraft in Frage zu stellen”, hat ein Typ namens Alex Scholz schon vor fast 3 Jahren erkannt.
Finde gerade bei google.de mit der Suchabfrage gazzetta ufficiale [Seiten auf Deutsch] auf der ersten Seite der Suchergebnisliste eine Google Buchsuche-Ergebnisseite: Italienische Mediensprache von Eckhard Römer.
Draufgeklickt und ins Staunen gekommen:

Der Text ist nicht Text, sondern Grafik und in dem Text, der nicht Text, sondern Grafik ist, sind die Suchbegriffe farblich hervorgehoben. Sicher gibt es eine ganz einfache Erklärung dafür. Nur, ich hab sie noch nicht.
“Im Staatswappen von Maryland ist ein seltsames Motto festgeschrieben: “Fatti maschii, parole femine” steht in altertümlichem Italienisch unter dem Wappenschild. Die Deutung ist umstritten – heutzutage interpretiert man den Spruch meist als “Sanft in den Worten, hart in der Tat”. Die wörtliche Übersetzung passt aber zu den Ergebnissen der Vorwahlen: “Worte sind weiblich, Fakten männlich.”
Steht jedenfalls in der Süddeutschen in einem Artikel zu den US-Vorwahlen.
Die Süddeutsche hat mal wieder ein paar Sprachpannen aus aller Welt veröffentlicht.
Milchkaffee = Morgenlatte wurde angeblich in Emmerich gefunden.
(Foto: Langenscheidt-Verlag)
Gesunde Zähne in Southern Colorado’s Nr. 1 News Channel.


In Southern Colorado’s Nr. 1 News Channel werden neben schönen Zähnen Bildern von gesunden Zähnen News wie diese veröffentlicht:
Zwei ansonsten bestens ausgerüstete Einbrecher finden in einem amusement center einen Safe vor, der sich nicht öffnen lässt. Zum Glück steht ein Rechner in der Nähe. Nach 75 Minuten Google-Recherche ist die Lösung mit Suchanfragen wie “how to open a safe” und “how to crack a safe” gefunden – im Safe $12,000.

Wer außer mir liest denn so einen Müll?
Mit Ihren Zähnen alles okay?
via netgra.de