Adatrad-Blog

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Urheberrecht. Die Sache mit dem Copyright.

Viel geredet wird seit einiger Zeit über das Copyright, gerne auch von Leuten, die das Problem gar nicht verstanden haben, weil sie den Lebens-/Arbeitsbereich, in dem das alte Copyright an seine Grenzen stößt und großen Schaden anrichtet, von innen gar nicht kennen. Es gibt ihn ja auch erst seit einigen Jahren.

Hat keinen Sinn, hier darauf einzugehen. Das Thema wird sich früher oder später von selbst erledigen. Wer wenigstens in Ansätzen wissen will, worum es überhaupt geht, kann sich ja mal das Interview mit Lawrence Lessig (mit deutschen Untertiteln), US-Rechtsprofessor und Entwickler der Creative-Commons-Lizenzen [Was ist CC? - Creative Commons] ansehen, der – auch für Außenstehende anschaulich – erklärt, warum die aktuellen Copyright-Regeln schnellstens weggeräumt werden müssen.

Vor einiger Zeit habe ich, zusammen mit einer meiner unzähligen italienischen Freundinnen, einer echten Pasta-Queen, ein kulturhistorisch wertvolles Filmdokument geschaffen und ins Netz gestellt, wo es inzwischen über 10.000 mal angesehen wurde. Für die Tonspur habe ich die Gymnopédie von Satie verwendet, die bei derartigen Anlässen ja fast immer zum Zug kommen. Genauer: Ich habe keine Audioaufnahme, sondern ein im Netz gefundenes Midi*-File benutzt und in eine Audio-Datei umgewandelt. Der Midi-Produzent wiederum hat die eigenwillige Interpretation irgendeines bekannten Pianisten hergenommen und sehr geschickt digitalisiert (für Kenner: Schön wie die frühe Nachhallzeit jeder 1/4-Note aufgeblasen wurde und so das sonst ja eher verschlafene Geklimper rythmisiert).

Wieviel Copyright-Verletzungen stecken da jetzt drin? Wen habe ich geschädigt?

Das Midi-File habe ich irgendwann Mitte der 90er Jahre aus dem Netz geladen. Auf den brillanten Programmierer kann ich leider nicht einmal verweisen. Ich finde ihn nicht mehr. Den Pianisten kenne ich nicht, der GEMA habe ich nicht Bescheid gegeben und die Erben Saties habe ich auch nicht kontaktiert.

* Das MIDI-Protokoll besteht aus Befehlen zur Ansteuerung der Klangerzeuger in elektronischen Instrumenten und Soundkarten. Dazu werden Befehle übermittelt, wie etwa „Note-on“ („Taste für Note x wurde gedrückt“), „Velocity“ („Anschlagsstärke“) und „Note-off“ („Taste für Note x wurde wieder losgelassen“). Diese Anweisungen werden an einen Klangerzeuger (beispielsweise Synthesizer, Soundmodul oder Soundkarte) geschickt, wodurch dann die entsprechenden Klänge hörbar werden.
[http://de.wikipedia.org/wiki/Musical_Instrument_Digital_Interface]

Website-Übersetzungen vs. Übersetzer-Websites

Immer wieder werden reihenweise URLs maschinenübersetzter Websites in die entsprechenden Übersetzer-Mailinglists geschickt, deren Besuch bei den Kollegen dann Erheiterung, Empörung oder körperliche Reaktionen bis hin zum Erbrechen auslöst. Ganze Webpräsenzen widmen sich allein dem Thema Übersetzungsfehler. An die 80.000 Unterseiten hat die dort verlinkte Domain depression-guide.com im Google-Index und das ist noch gar nichts; ich [...]

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