Bewerbung Einstellungstest Sprachverständnis
Bei Focus online gibt es einen faszinierend dämlichen, gefakten Einstellungstest. Es geht dabei angeblich ums Sprachverständnis. In Wirklichkeit steckt ganz was anderes dahinter. Der “Test” ist eine klassische Klickstrecke, bei der es um nichts anderes geht, als darum, künstlich möglichst viele Seitenaufrufe zu generieren und so die Werbepreise in die Höhe zu treiben.
Optimiert ist der niveaulose Blödsinn, der dafür herhalten muss, für die einträgliche Suchabfrage Bewerbung Einstellungstest, für die wir focus.de natürlich gleich auf den ersten Plätzen unter 250.000 Konkurrenzseiten finden. Was schätzt Ihr denn so, wieviele Seitenaufrufe (jeder Klick ist einer), die damit generieren? Und wieviel bringt ihnen das ein?
Egal jetzt, ich mich also zuversichtlich ans Klicken gemacht und die ersten drei Hürden auch souverän überwunden:

Haare – Kopf, Dach – Haus
Vogel – fliegen, Hund – laufen
Garten – Zaun, Schloss – Mauer
Insgesamt 27 Fragen, um ganz durchzukommen muss man 54 (!) mal klicken. Die wären ja auch blöd, wenn sie nach jedem Klick auf “weiter” sofort die nächste Frage servieren würden. Da wird natürlich immer noch einer zwischen geschaltet.
Bei der vierten Frage bin ich dann aber schon gestolpert:
Schule – Graffiti, Kaufhaus – ???
Zur Auswahl standen Diebstahl, Detektiv, Werbung und Kamera. Da habe ich eine zeitlang ziemlich ratlos draufgestiert und mich dann für Werbung entschieden. Falsch!

Diebstahl!
Prost, Ihr Pappnasen! Mit Sprachverständnis hat das, was man im Kopf haben muss, um vom Graffito an der Schulhofmauer zum Kaufhausdiebstahl zu kommen, rein gar nichts zu tun, aber das lass’ ich jetzt mal unkommentiert. Ich mag übrigens Graffitis.
Jetzt muss mir nur noch einer damit kommen, dass Graffitis ohne “s” geschrieben werden, dann fang’ ich wirklich an, an mir und meiner sprachlichen Intelligenz zu zweifeln.

U-Bahn in Rom, Foto Wikipedia


